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Nils Ole Oermann Der weiße Ovambo

Der Historiker Nils Ole Oermann hat jetzt die Biografie von Peter Pauly geschrieben: Das Jahrhundertleben eines Deutschen, der als "Halbjude" während der Nazidiktatur nach Afrika auswanderte.

Stand: 13.02.2014

Peter Pauly mit seiner Schwägerin (um 2006) | Bild: Andrea Oermann

Peter Pauly kommt 1917 in Breslau zu Welt. Sein Vater wünscht sich eine Offizierslaufbahn für ihn. Peter Pauly besucht die Kadettenschule. Doch nach 1933 darf er als "Halbjude" kein Abitur machen. Pauly schifft sich 1937 ein nach Deutsch-Ostafrika, wird in der Kolonie Kaffeeplantagen-Farmer. Aber als der Zweite Weltkrieg ausbricht, erreicht der auch ihn in Afrika: Die Briten internieren ihn - zusammen mit Nazis.

Erst 1947 kommt er frei - kehrt zurück ins Nachkriegsdeutschland - und nochmal wird er interniert, zur Entnazifizierung. Er hat keine Dokumente vorzuweisen, die ihn entlasten. Dennoch ist er bei der Gründung der Bundesrepublik dabei, er arbeitet als Dolmetscher beim Verfassungskonvent.

Nils Ole Oermann

Schon 1950 bricht Pauly wieder nach Afrika auf, ins heutige Namibia, leitet eine Farm. Er heiratet, aber die Ehe mit der Tochter eines deutschen Großgrundbesitzers hält nicht. Pauly wird Pfarrer. Und er heiratet noch einmal: eine Frau, die den Ovambo angehört. Während der Apartheid auch ein Zeichen gegen die Rassentrennung. Nils Ole Oermann hat jetzt die Biografie von Peter Pauly geschrieben, dem "weißen Ovambo", der heute weit über neunzig ist.

Das Buch

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Nils Ole Oermann
Der weiße Ovambo
Ein deutsch-afrikanisches Jahrhundertleben
Herder Verlag
18,99 Euro


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