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Jenny Erpenbeck Gehen, ging, gegangen

In ihrem neuen Roman lässt Jenny Erpenbeck einen emeritierten Professor mit Flüchtlingen, die am Oranienplatz in Berlin kampieren, in einen Dialog treten. "Gehen, ging, gegangen" steht auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis 2015.

Stand: 24.09.2015

Jenny Erpenbeck | Bild: RBB

Richard ist nun im Ruhestand. Ein emeritierter Professor, der sich daran gewöhnen muss, Zeit zu haben. Aber was tun, mit den Jahren, die ihm noch bleiben? Am Oranienplatz in Berlin-Kreuzberg begegnet er Flüchtlingen aus Afrika, die dort kampieren. Er kommt mit ihnen ins Gespräch. Über der Beschäftigung und dem Kontakt mit ihnen stellt er sich und sein bisheriges Leben in Frage.

Jenny Erpenbeck

Bei den Recherchen zu ihrem Roman hat Jenny Erpenbeck mit Asylsuchenden gesprochen. Auch sie ist ihnen zunächst am Oranienplatz begegnet. Sie hat Spenden vorbeigebracht und hat sich mit den Flüchtlingen unterhalten, hat sich ihre Geschichte erzählen lassen. Nachdem der Oranienplatz geräumt wurde, hat sie sie weiter begleitet, in die neuen Unterkünfte. So hat sie deren Situation kennengelernt. Das Warten, das Untätig-Bleiben-Müssen, die Angst vor der Abschiebung, das Gefühl der Hilflosigkeit, das Getrennt-Sein von den Angehörigen, das Warten, das Warten, das Warten ...

Wie verbringt man seine Lebenszeit - und wie fühlt es sich an, wenn das Warten den Lebensinhalt ausmacht? Fragen, die Jenny Erpenbeck in ihrem neuen Buch stellt. Mit ihrem Roman "Gehen, ging, gegangen" ist sie ein Thema angegangen, das aktueller denn je ist.

Das Buch

Jenny Erpenbeck
Gehen, ging, gegangen
Roman
Knaus Verlag
19,99 Euro


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