BR Fernsehen - Lebenslinien


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Lebenslinien - Sarah Fischers Spagat zwischen Beruf und Familie Gute Mutter, schlechte Mutter

Als Sarah Fischer Mutter wird, liebt sie zwar ihr Kind, zerbricht aber fast an dem Anspruch an ihre Rolle als Mutter und dem Wunsch nach einem emanzipierten, selbstbestimmten Leben.

Stand: 10.04.2018

Sarah wird als Neugeborene von deutschen Eltern adoptiert. Ihre leibliche Mutter kennt sie nicht. Sie liebt ihre Adoptiveltern, aber ihre asiatischen Gesichtszüge erinnern sie ständig daran, dass ihre Wurzeln nicht in Deutschland liegen.

Filminfo

Originalitel: Gute Mutter, schlechte Mutter (D, 2018)
Regie: Angelika Lizius
Redaktion: Christiane von Hahn
Länge: 45 Minuten
VT-UT, 16:9, stereo

Viele Jahre ihres Lebens verbringt Sarah damit, nach ihrer ethnischen Herkunft zu suchen. Sie reist viel und wird schließlich Reisejournalistin.

Mit 39 Jahren wird sie schwanger. Sarah freut sich auf das Baby – schließlich hat sie ihre Unabhängigkeit lange Zeit genutzt und genossen.

Ihr Mann und sie beschließen, zu gleichen Teilen für das Kind da zu sein. Doch als Leah dann auf der Welt ist, merkt Sarah, dass sie Kind und Beruf völlig überfordern. Die Situation eskaliert und Sarah erleidet einen Zusammenbruch.

Sie nimmt eine lange Auszeit, lernt, mit ihren Kräften besser umzugehen und stellt sich der Tatsache, dass Gesellschaft und die Arbeitswelt noch nicht reif sind für eine wirkliche Gleichberechtigung.

Lebenslinien-Autorin Angelika Lizius über Sarah und die Dreharbeiten

Lebenslinien-Autorin Angelika Lizius

„Die Sarah, die ist eine coole Socke“, das sagt ihre beste Freundin im Interview – und damit hat sie aus meiner Sicht eine der hervorstechenden Eigenschaften Sarahs beschrieben. Sarah war während des gesamten Drehs immer entspannt, gut gelaunt, und zu allem bereit.

Besonders beeindruckt hat mich, Sarah in ihrer "zweiten Heimat“ Mongolei, zu erleben. Vom ersten Moment an, als wir am Flughafen in Ulaanbataar mongolischen Boden betraten, strahlte sie.

Selbstverständlich bewegte sie sich unter den Einheimischen. Vor allem bei unserem Besuch einer Nomadenfamilie spürte ich, wie viel sie mit diesen Menschen und ihrer einfachen Lebensweise verbindet.

Ihr Rhythmus im Einklang mit der überwältigend schönen Natur, der unaufgeregte Umgang mit den Kindern, die überaus fröhlich mit allem spielen, was ihnen die Umgebung bietet – ich konnte plötzlich sehen, wie sehr die mongolischen Nomaden Sarahs Blick auf die Welt beeinflusst haben.


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