BR Fernsehen - Lebenslinien


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Lebenslinien - Edith von Welser-Ude und Alt-OB Christian Ude Die Udes - Ein unmögliches Paar

Münchens Alt-OB Christian Ude und die ehemalige Stadträtin und Fotografin Edith von Welser-Ude können es kaum fassen, dass sie seit 45 Jahren ein Paar sind. Die erste Begegnung der damaligen Kommunalpolitikerin und dem jungen Mann, der für eine Münchner Zeitung über eine Stadtratssitzung schreiben soll, verläuft wenig vielversprechend: Edith findet ihn „bescheuert“.

Stand: 08.03.2021

Als sie sich 1973 auf einem Schwabinger Faschingsball wiedersehen, "funkt“ es zwischen ihr und Christian Ude. Fünf Jahre zuvor fand ihn Edith von Welser noch völlig unattraktiv.

Filminfo

Originalitel: Die Udes - Ein unmögliches Paar (D, 2018)
Regie: Matti Bauer
Redaktion: Christian Baudissin
Länge: 45 Minuten
VT-UT, 16:9, stereo

Beachtliche Gegensätze treffen aufeinander: Er ist ein 25-jähriger angehender Jurist, Edith ist acht Jahre älter, sechsfache Mutter und stammt aus einer preußischen Offiziersfamilie. Christian ist in einer liberalen, bürgerlich-intellektuellen Familie aufgewachsen.

Während sie alle paar Jahre den Wohnort gewechselt hat, "weiß“ er schon mit zehn Jahren, dass er Oberbürgermeister von München werden will. Edith wird mit 18 von einem Mitschüler im Internat schwanger und muss sich verstecken, bis die Ehe mit dem Kindsvater legalisiert ist.

Derweil verfasst Christian noch mit seiner ersten Schreibmaschine Artikel für die Schülerzeitung und übt als Schulsprecher schon mal für die zukünftige Politikerrolle.

Zehn Jahre nachdem sie sich verliebt haben, heiraten sie und beziehen mit Ediths Kindern ein großes Haus in Schwabing.

Das "unmögliche Paar“ meistert Krisen stets mit viel Humor und stützt sich gegenseitig bei ihrem Engagement für ein gerechtes, soziales München sowie für ferne Länder wie Äthiopien.

Regiestatement von Autor Matti Bauer

Lebenslinien-Autor Matti Bauer mit Christian Ude

Ich gestehe, dass eine wichtige Figur im Film gar nicht vorkommt. Sie heißt Mienchen, hat vier Beine und ein schwarz-rot-weißes Fell. Es ist eine schwache Entschuldigung, dass die Katze von Edith und Christian scheu wie ein Wildtier ist und sofort verschwindet, wenn Fremde kommen. Der Film wäre ein anderer geworden, hätte Mienchen mitgespielt. Aus dem Porträt eines unmöglichen Paares wäre die Studie eines Dreiecksverhältnisses geworden, eine deutlich interessantere Konstellation für alle Beteiligten, das Publikum eingeschlossen. So bleibt nur das magere Film-Ende mit einer Mykonos-Katze, die ihre Liebe jedem schenkt, der eine Dose aufmachen kann. Dumm gelaufen.


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