BR Fernsehen - Lebenslinien


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Lebenslinien - Michael Gallenberger, vom Beamten zum Friedhofsgärtner Beamter, Gärtner, Tausendsassa

Michael ist Friedhofsgärtner. Der Weg zu seiner Berufung ist lang und steinig. Aber er lässt sich nie entmutigen, sondern nimmt sein Leben selbst in die Hand.

Stand: 14.10.2019

Michael wird 1957 in Garmisch geboren. Er wächst in der Obhut seiner Großeltern auf. Es ist eine glückliche Kindheit.

Filminfo

Originalitel: Beamter, Gärtner, Tausendsassa (D, 2019)
Regie: Birgit Eckelt
Redaktion: Christiane von Hahn
Länge: 45 Minuten
VT-UT, 16:9, stereo

Diese endet abrupt, als der Großvater stirbt und Michael ins Kinderheim muss. Erst mit 13 Jahren, im Salesianum in München, nimmt sein Leben eine positive Wende.

Dort fühlt sich Michael wieder wahrgenommen. Er macht einen guten Hauptschulabschluss, schlägt eine Beamtenlaufbahn ein und träumt vom eigenen Zuhause und Familie.

Mit 25 heiratet er seine langjährige Freundin und alles scheint perfekt. Doch schon bald merkt er, dass ihn sein Beruf nicht ausfüllt.

Er sucht nach einer Alternative, macht sich schließlich als Vertreter für Reinigungsmittel selbständig und ist damit sehr erfolgreich. Dafür arbeitet er Tag und Nacht.

Als ihn 1986 seine Frau verlässt, bricht eine Welt zusammen: Michael verliert erst den Lebensmut, dann die Wohnung.

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Doch schließlich fängt er wieder an zu kämpfen. Er jobbt als Vertreter, Kioskverkäufer, Taxifahrer, Immobilienmakler, Kellner, Butler und als Totengräber.

In der Ruhe des Friedhofs und umgeben von all den Schicksalen findet er seinen Platz und macht sich 1992 als Friedhofsgärtner selbständig.

Auch privat hat er sein Glück gefunden. Mit seiner zweiten Ehefrau Barbara lebt er zufrieden im Haus seiner Träume mitten in einem verwunschenen Garten.

Statement der Lebenslinien-Autorin Birgit Eckelt

Autorin Birgit Eckelt

Was war die größte Herausforderung beim Dreh?

Das Wetter hat uns bei den Dreharbeiten die meisten Sorgen bereitet. Kaum standen wir mit der Kamera im Garten, begann es zu regnen. Kamerafrau Petra Schütz musste die Bilder dort sozusagen tröpfchenweise sammeln. Genau betrachtet, tropft und regnet es in diesem zauberhaften Garten ständig. Doch rückblickend konnte selbst der Regen Michaels selbstgeschaffener Idylle wenig anhaben.  

Was hat Sie bei den Dreharbeiten am meisten überrascht?

Michaels Selbstbewusstsein und Unverstelltheit. Verblüffend war, dass er vor der Kamera von Anfang an genauso offen, unbefangen und natürlich war, wie zuvor in den persönlichen Begegnungen. Auch Michaels Mutter überraschte mich. Zunächst mit ihrer Zusage für das Interview, zum anderen mit ihrer schonungslosen Aufrichtigkeit, mit der sie ihre Perspektive schildert.

Gibt es eine Anekdote von den Dreharbeiten?

Mit dem Beginn der Dreharbeiten hat Michael begonnen, trommeln zu lernen. Seitdem übte er eifrig ein schwieriges Trommelkunststück. Das wollte er zusammen mit seinen Bandkollegen bei einem Konzert auf Burg Breuberg im August 2019 zeigen. Wir dachten, die Fortschritte könnten ein schönes wiederkehrendes Element für unseren Film sein. Also filmten wir das „Training“ über Monate immer wieder. Doch aus unserem Plan wurde leider nichts. Denn im August 2019 war Michael der einzige, der das Kunststück bühnenreif draufhatte. Deshalb wurde dieser Teil kurzfristig aus dem Programm des Konzerts gestrichen. Schade!


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