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Russischer Tafelaufsatz Mitgift einer Zarentochter?

Dieser prächtige Tafelaufsatz, der wohl in der Kaiserlichen Glasmanufaktur St. Petersburg zwischen 1840 und 1870 gefertigt wurde, gehörte vielleicht zur Mitgift der Zarentochter Olga Nikolajewna.

Stand: 14.11.2013 | Archiv

Nach einem Großbrand im Alten Stuttgarter Schloss, Ende 1931, wurde alles Inventar verkauft, was noch hatte gerettet werden können. Darunter war dieser, im Stil des Zweiten Rokoko gestaltete, russische Tafelaufsatz. Seine Württemberger Provenienz macht hellhörig: im Jahre 1846 hatte die zweite Tochter des Zaren Nikolaus I, Olga Nikolajewna, Karl I., den König von Württemberg geheiratet. Gehörte dieser Tafelaufsatz vielleicht zu ihrer Aussteuer?

Er ähnelt sehr einem anderen Tafelaufsatz, den Olgas jüngere Schwester, die Zarentochter Alexandra, 1844 als Mitgift in die Ehe mit dem Landgrafen von Hessen-Kassel gebracht hatte. Ihr Aufsatz stammt aus der Kaiserlichen Kristallmanufaktur in St. Petersburg, eine Provenienz, die auch auf das hier vorgestellte Objekt zutreffen könnte.

Die russische Manufaktur stellte Glas von so außergewöhnlicher Qualität her, dass es gewachsenem Bergkristall ähnelt - eine Qualität, wie sie auch diese Glasschale auch zeigt. Qualität, Form und eine russische Herkunft lassen folgern, dass es sich bei diesem Tafelaufsatz tatsächlich um ein Objekt aus der Mitgift von Olga von Württemberg handeln könnte. Der Tafelaufsatz wäre somit nicht nur materiell, sondern auch historisch von allerhöchstem Wert. Eine Recherche im Mitgiftinventar wird hier Klarheit bringen.

Fakten:

  • Geschätzter Wert: 12.000 bis 20.000 Euro
  • Datierung: zwischen 1840 und 1870
  • Herkunft: St. Petersburg
  • Hersteller: Kaiserliche Glasmanufaktur St. Petersburg
  • Sendung vom 16. November 2013

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