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Raerener Krug Im Auftrag der Volksbildung

Leicht zu verwechseln mit dem Original von 1573: doch diese galvanoplastische Abbildung einer Raerener Schnelle wurde erst Ende des 19. Jahrhunderts gefertigt.

Stand: 04.05.2013 | Archiv

Das Original jedoch stammt aus dem 16. Jahrhundert, genauer aus dem Jahre 1573. Der Krug, ursprünglich ein Geschenk an Kaiser Rudolph II, wurde im Stil des berühmten Raerener Steinzeugs im Kannenbäckerland, Westerwald hergestellt.

Diese galvanoplastische Reproduktion der so genannten Raerener Schnelle, also eines hohen zylindrischen Trinkgefäßes für Bier und Wein, wurde aber erst im 19. Jahrhundert gefertigt, kurz nachdem die Galvanoplastik patentiert worden war. Deutlich ist diese Reproduktionstechnik am durchschimmernden Kupfer zu erkennen, mit dem der zu veredelnde Gegenstand im ersten Arbeitsgang durch Elektrolyse beschichtet wird. Danach erfolgt die Versilberung.

Im 19. Jahrhundert wurde diese Technik oft in Gewerbeinstituten angewendet, um (geschichtlich) wertvolle Dinge zu vervielfältigen und insbesondere Museen damit auszustatten. Sie sollten der Volksbildung dienen und galten in dieser Funktion, und so lange sie nicht auf den freien Markt gelangten, nicht als Fälschungen.

Fakten:

  • Geschätzter Wert: 250 Euro
  • Datierung: Ende 19. Jahrhundert
  • Herkunft: Kannenbäckerland/Westerwald
  • Sendung vom 4. Mai 2013

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