BR Fernsehen - Kunst + Krempel


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Miniaturanhänger Vergiss-Mein-Nicht!

Dieser Anhänger aus den Jahren 1800 bis 1810, also der Zeit Napoleons I, soll seiner Trägerin ins Gedächtnis rufen: 'Vergiss mich nicht!'

Stand: 17.11.2012 | Archiv

Wer da nicht vergessen werden soll, ist der junge Mann in blauer Uniform und mit gepudertem Haar, so wie es in der Zeit Napoleons I Mode war. Sein gemaltes Konterfei ziert die eine Seite des niedrig-karätigen Gold-Medaillons, die andere ist von einem Rand aus geflochtenen blonden Haaren eingefasst. Es sind die Haare des Dargestellten – des Verstorbenen. Denn dieser Miniaturanhänger soll an ihn erinnern: die blauen Vergissmeinnicht-Blüten, mit denen sein Haar abgesteppt ist, sagen es durch die Blume. Innerhalb des Haarrandes ist eine junge, trauernde Frau in einem Kleid von 1797 dargestellt: seine Geliebte?

Die trauernde Frau trägt ein Kleid aus dem 18. Jahrhundert, während die Uniform des Verstorbenen vom Anfang des 19. Jahrhunderts stammt. Wie passt das zusammen? Das Medaillon war im 18. Jahrhundert, der großen Zeit des Andenken- und Trauerschmucks, vorgefertigt worden. Zwischen 1800 und 1810 wurde es dann fertig gekauft und mit den Haaren und dem gemalten Bild des Verstorbenen ergänzt.

Fakten:

  • Geschätzter Wert: 400 bis 500 Euro
  • Datierung: 1800 - 1810
  • Herkunft: Frankreich
  • Sendung vom 17. November 2012

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