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Kameen-Armband Der Antike so nah

Die Dame, die dieses Armband zu seiner Entstehungszeit um 1845 trug, war modisch ganz auf der Höhe: denn die Kamee galt im 19. Jahrhundert als Inbegriff antikischer Schönheit.

Stand: 03.06.2012 | Archiv

Mit den archäologischen Ausgrabungen der Vesuvstädte Pompeji und Herculaneum brach seit der Mitte des 18. Jahrhunderts in Europa ein wahres Antikenfieber aus. Was dort, wo die Wiege europäischer Kultur stand, gefunden wurde, galt als Inbegriff von Schönheit, Grazie und Eleganz. Die vielen antiken Cameen und Gemmen wurden noch das ganze 19. Jahrhundert über eifrig nachgeschnitten oder neu interpretiert.

Dieses Armband reiht mehrere Cameen nebeneinander, schlicht eingefasst in einen goldenen Reif. Alle sind sich ähnlich, denn sie wurden wohl nach dem gleichen Typus eines weiblichen Kopfs gearbeitet. Nur die Farbe der Muscheln, in die der Kopf erhaben eingeschnitten wurde, ändert sich: bräunlich, rosa und ganz weiß. Einzig am Verschluss zeigt sich eine andere Dame: Athena mit Helm und Schild.

Mit solchen Schmuckstücken konnte sich die Trägerin dem Mythos der Antike ganz nah fühlen. Auch Königin Caroline von Neapel, die Schwester Napoleons, erlag dem Antikenkult: sie wies ihre Goldschmiede an, die Fundstücke vor der Verarbeitung nicht zu säubern, sondern sie zusammen mit der 'Erde der Antike' in ein Diadem zu fassen.

Fakten:

  • Geschätzter Wert: 500 bis 700 Euro
  • Datierung: 1840 - 1850
  • Sendung vom 9. Juni 2012


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