BR Fernsehen - Kunst + Krempel


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Walburgis-Altärchen Verborgenes Schatzkästchen

Diese beiden Altärchen aus dem 18. Jahrhundert dienten zur Verehrung der Heiligen Walburga von Eichstätt. Aber sie haben noch eine andere, ganz praktische Funktion.

Stand: 13.09.2012 | Archiv

Auf den ersten Blick dienen diese beiden Altärchen nur der Anbetung der Heiligen Walburga. Deren Gebeine waren 100 Jahre nach ihrem Tode, also im 8. Jahrhundert, nach Eichstätt gebracht worden. Dort entdeckte man unter ihrem Grab eine Flüssigkeit. Dieses angeblich heilbringende Öl, Walburgisöl genannt, wurde in Fläschchen abgefüllt und im Kloster verkauft. Es trägt bis heute zum Lebensunterhalt der Nonnen bei, ganz nach dem benediktinischen Motto: 'Ora et labora'.

Doch diese Altärchen, Architektur im Miniaturformat, bergen eine Überraschung: die Sitzfläche der Kommunionbank ist nämlich aufklappbar und bietet einen Vorratsraum für die kleinen, mit Öl abgefüllten Flaschen - und so enthüllen die Altärchen ihre zusätzliche, ganz praktische Funktion: es sind Aufbewahrungskästen für die Walburgisfläschchen.

Fakten:

  • Geschätzter Wert: um 5.500 Euro
  • Datierung: 18. Jahrhundert
  • Herkunft: Eichstätt
  • Sendung vom 22. September 2012

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