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Vasenpaar Blankoscheck für Hobbymaler

Stammen diese beiden Vasen im Stile des 'Zweiten Rokoko' aus der Zeit um 1855 wirklich von der Königlichen Porzellan-Manufaktur in Berlin?

Stand: 21.07.2012 | Archiv

Die Marken am Boden sind zwar schwierig zu lesen, aber der Adler mit Zepter und Reichsapfel ist doch zu erkennen. Und der Schriftzug um die Marke besagt: 'Königliche Porzellan-Manufaktur Berlin', KPM.

Ungewöhnlich für die KPM ist aber die kräftige, etwas teigige Modellierung. So arbeiteten eher die Imitatoren der großen Manufakturen. Auf dem Markt waren diese Billighersteller dennoch oft erfolgreicher. Sie setzten mit ihren qualitativ minderwertigen Produkten die exklusiven Marken sogar unter Druck. Die großen Hersteller bedienten daraufhin selbst den preiswerten Sektor mit günstiger Ware. Diesen beiden Vasen, in den üppigen, wulstigen Formen des 'Zweiten Rokoko' gehalten, stammen wohl aus dieser 'Billiglinie' der Königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin. Ihre günstigen Modelle hat die KPM auch weiß, also unbemalt verkauft.

Die etwas laienhafte Darstellung dieser Vasen zeigt exotische, orientalische Stadtansichten, wie sie am Ende des 19. Jahrhunderts beliebt waren. Vielleicht sind es die Reiseerinnerungen eines Hobbymalers. In jedem Fall stammt die Malerei nicht von der KPM, folglich fehlt auch die Malereimarke. Und so ist das Rätsel um Herkunft und Wert dieser Vasen wohl gelöst.

Fakten:

  • Geschätzter Wert: 400 bis 500 Euro
  • Datierung: um 1855
  • Herkunft: Berlin
  • Hersteller: Königliche Porzellan-Manufaktur Berlin
  • Sendung vom 21. Juli 2012

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