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Brule Parfum Raumduft des Rokoko

Das 'Brule Parfum', also ein Duftlämpchen, hatte in seiner Entstehungszeit um 1775 wohl Hochkonjunktur. Denn Wasser zum Waschen galt im Rokoko als fast gesundheitsgefährdend – Duftwässerchen hingegen erschienen unbedenklich.

Stand: 05.03.2012 | Archiv

Mithilfe von Spiritus wird das Parfum in dem Porzellankesselchen erwärmt und gibt durch die kleinen Löcher des blumenverzierten Deckels seinen Duft an den Raum ab. Gerade so, als ob die Porzellanblumen selbst den Duft ausströmen würden.

Solche Duftlämpchen setzten die seit dem Mittelalter aus dem Orient übernommene Parfüm-Tradition fort und kamen zunächst in Frankreich groß in Mode. Bald fanden sie in ganz Europa reißenden Absatz und wurden von allen namhaften Porzellanmanufakturen nachgeahmt.

Dieses weiß glasierte 'Brule Parfum' ist ein Originalerzeugnis des friderizianischen Rokoko. Der Namensgeber dieser Stilepoche, Friedrich der Große, wird seine Dienerschaft vermutlich angewiesen haben, auch in seinen Schlössern Sanssoussi, Charlottenburg und im Stadtschloss Potsdam solche Duftlämpchen aufzustellen.

Fakten:

  • Geschätzter Wert: 500 Euro
  • Hersteller: Königliche Porzellan Manufaktur
  • Herkunft: Berlin
  • Datierung: um 1775
  • Sendung vom 10. März 2012

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