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KPM-Service Tässchen für Tässchen Qualität

Fast aufs Jahr genau, nämlich auf 1792/1793, ist dieses außergewöhnlich qualitätsvolle und zudem komplette Tee- und Kaffeeservice der Königlichen Porzellanmanufaktur (KPM) Berlin zu datieren.

Stand: 14.06.2013 | Archiv

Lohnt sich eine Restaurierung? Diese Frage stand am Anfang der Beratung zu diesem jeweils sechsteiligen Tee- und Kaffeeservice, dessen Kaffeekanne einen gesprungenen Deckel hat.

Gemarkt sind die Serviceteile mit dem berühmten Zepter in Unterglasurblau. Darunter ist noch ein blauer Strich gesetzt, kennzeichnend für die 1790er Jahre der Königlichen Porzellanmanufaktur (KPM) Berlin. Die gemalten Landschaften auf dem Service sind in selten feiner Qualität und technischer Brillanz ausgeführt. Ihr Fond in Sepia wurde für die Weißhöhungen weggekratzt und mit dunklerem Braun überstaffiert und schattiert. Sie wirken wie Sepiazeichnungen.

In der Spülkumme konnte die Teetasse für eine weitere Füllung am Tisch ausgespült werden. Ihre für den Klassizismus typische, gerade Form hatte sich aus einer Terrine entwickelt. Auch sehr elegant: die achteckige Schale als Einsetzschale für die Teekanne. Aufgekochter Kaffee wurde gern aus den Tassen in die hohen Untertassen umgefüllt. Dabei blieb der Satz in der Tasse und der so temperierte Kaffee konnte ohne Verbrennungen geschlürft werden.

Selten sind Service aus der Zeit und von so hoher Qualität vollständig erhalten. Die Restaurierung des Kannendeckels würde sich vor diesem Hintergrund sicher lohnen.

Fakten:

  • Geschätzter Wert: 15.000 Euro
  • Datierung: 1792/1793
  • Herkunft: Berlin
  • Hersteller: Königliche Porzellanmanufaktur Berlin (KPM)
  • Sendung vom 15. Juni 2013

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