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Deckelterrine Sprung in der Schüssel

Ein lupenreines Beispiel für Produkte der Kaiserlichen Manufaktur Wien ist diese dekorative, prächtig dekorierte Deckelterrine aus der Zeit um 1770.

Stand: 18.05.2012 | Archiv

Auch wenn die Terrine einen fast durchgehenden Sprung hat, der dringend gesichert werden müsste: als typisches Exemplar der Kaiserlichen Manufaktur Wien hat sie trotzdem ihren Wert.

Denn nicht nur der 'Bienenkorb', wie er im Volksmund genannt wird, also der Wiener Bindenschild am Boden der Schüssel, weist sie als Original aus; auch Anderes verrät, dass es sich hier um ein Original der meistgefälschten Marke Europas handelt. Charakteristisch für die Kaiserliche Manufaktur Wien, nach Meissen die zweitälteste Porzellanmanufaktur Europas, sind die Malerei und die Form der Suppenschüssel. Auch der Henkel mit seinen Rocaillen weist nach Wien. Auf dem Deckel sitzt als Griff eine kompakte, große Rose, wiederum ein typisches Wiener Merkmal.

Allerdings ist die Terrine nicht mit Gold bemalt, demnach war sie für eine bürgerliche Klientel gedacht. Und auch die Porzellanmasse ist nicht mehr ganz rein, was darauf hindeutet, dass die Manufaktur zu der Zeit schon ökonomische Probleme hatte, obwohl sie noch knapp hundert Jahre weiter produzierte.

Fakten:

  • Geschätzter Wert: 300 bis 500 Euro
  • Datierung: um 1770
  • Herkunft: Wien
  • Hersteller: Kaiserliche Manufaktur Wien
  • Sendung vom 19. Mai 2012

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