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Böhmisches Akkordeon Tief und laut

Das Akkordeon der Marke 'Heligonka', um 1900 in Budweis gebaut, zaubert besonders tiefe und laute Töne hervor.

Stand: 05.04.2012 | Archiv

Ein großer und bekannter Hersteller diatonischer Akkordeons mit Helikonbass war Konstantin Stibitz. Sein Name, der Herstellungsort im heutigen Tschechien: 'České Budějovice' und der Markenname des Instruments: 'Heligonka' sind auf das vorgestellte Akkordeon gestempelt.

Der Name Heligonka leitet sich von 'Helikon' ab, der weiten Schalltrichterform bei Blechblasinstrumenten. Solche Schalltrichter wurden auch der 'Heligonka' eingebaut – und schon erzeugt sie die besonders tiefen Basstöne, für die sie bekannt geworden ist. Die in Neusilber gefertigten, ausgestanzten Schallöffnungen lassen ihre Töne zusätzlich lauter und voller klingen.

Dass der Herstellungsort Budweis in tschechischer Sprache, also 'Budějovice', auf das Akkordeon gestempelt wurde, weist darauf hin, dass die Firma Stibitz das Instrument für die Gesamttschechei gebaut hat. Manch andere um diese Zeit im deutschsprachigen Budweis produzierenden Hersteller haben ihre Instrumente nämlich deutsch beschriftet.

Fakten:

  • Wert: 200 bis 300 Euro
  • Herkunft: Budweis/České Budějovice
  • Datierung: um 1900
  • Hersteller: Konstantin Stibitz
  • Sendung vom 7. April 2012

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