BR Fernsehen - Kunst + Krempel


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Flusslandschaft Gezähmte Wildheit

Die Pastellzeichnung von Otto Herbig aus den 1940er Jahren steht formal ganz in der Tradition des deutschen Expressionismus, orientiert sich aber wieder an der äußeren Natur.

Stand: 17.04.2012 | Archiv

Nachdem das 19. Jahrhundert sich 'abgearbeitet' hatte an allen möglichen Darstellungsformen von Wirklichkeit, wollten die Expressionisten nur noch eines: eine eigene Wirklichkeit erschaffen und Seelenlandschaften malen. Zu ihnen gehörte Otto Herbig. In München, der Stadt des 'Blauen Reiter', hatte er von 1909 bis 1911 studiert und später mit den Brückemalern Erich Heckel und Karl Schmidt-Rottluff zusammengearbeitet. Ihren Rang innerhalb des deutschen Expressionismus aber hat er nie erreicht.

Dieses Bild einer 'Flusslandschaft' zeigt ihn als routinierten Pastellmaler. Im Gegensatz zum anarchischen, energiegeladenen, fast explodierenden Duktus des frühen Expressionismus zeigt sich Otto Herbig in diesem Bild beruhigt: die Nachmittagsstimmung an einem Teich fängt er wunderbar ein, elegant, brillant, technisch gekonnt, aber ohne die Wucht der frühen Jahre. Ähnliche Landschaften hat er auch später noch gezeichnet: im Park von Kleinmachnow bei Berlin, wo er sich 1955 niedergelassen hatte. Während der Abstrakte Expressionismus zu dieser Zeit weltweit Furore machte, blieb Otto Herbig ein Vertreter des Deutschen Spätexpressionismus.

Fakten:

  • Geschätzter Wert: 1.000 bis 2.000 Euro
  • Datierung: 1940er Jahre
  • Herkunft: Weimar
  • Künstler: Otto Herbig
  • Sendung vom 28. April 2012

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