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Bismarck-Portrait Stars unter sich

Diese Reproduktion einer Porträtzeichnung Otto von Bismarcks, die Franz von Lenbach 1895 anfertigte, mehrte den Ruhm des Portraitisten wie den des Portraitierten gleichermaßen.

Stand: 04.02.2013 | Archiv

Seit der Malerfürst Franz von Lenbach den Staatslenker Otto von Bismarck 1874 kennen gelernt hatte, entstanden etwa 80 Gemälde und zahlreiche solcher Zeichnungen. Dieses Portrait wurde wohl von Lenbach und Bismarck gleichermaßen so sehr geschätzt, dass der Portraitierte es signierte und Lenbach es in hoher Stückzahl reproduzieren ließ, wohl mittels Lichtdruck. Dieses Druckverfahren war ab etwa 1860 möglich und kommt im Ergebnis der Originalzeichnung sehr nahe.

Durch das künstlerische Mittel des 'Non-Finitum', des 'Nicht-Vollendeten', mit dem er Bismarcks Körper behandelt, hat Lenbach das in fast fotografischer Präzision ausgeführte Gesicht noch eindringlicher gestaltet. In ihm erkennt man den altersweisen, milden Staatsmann, der den Betrachter nahezu melancholisch anschaut. Ein psychologisierendes Portrait, das dem Menschen Bismarck sehr nahe kommt. Dieses 'Non-Finitum' hat seine Wurzeln im Japonismus. In Deutschland läutet damit unter anderen der Maler Adolph von Menzel, Mitte des 19. Jahrhunderts, die Moderne ein.

Fakten:

  • Geschätzter Wert: 150 Euro
  • Datierung: 1895
  • Herkunft: Deutschland
  • Künstler: Franz von Lenbach
  • Sendung vom 9. Februar 2013

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