BR Fernsehen - Kunst + Krempel


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Wandteller-Paar Volle Breitseite

Nach dem Vorbild von Schießscheiben wurden diese beiden dekorativen Steinzeug-Wandteller mit Jagdmotiven von der saarländischen Firma Villeroy & Boch um 1905 gestaltet.

Stand: 06.11.2013 | Archiv

Diese aus dem Nachlass eines herzoglich-palatinischen Revierförsters stammenden Wandteller zeigen geritzte Jagdmotive, wie sie typisch sind für die Firma Villeroy & Boch. Dieser noch heute produzierende Porzellan- und Keramikhersteller wurde 1836 von Jean-François Boch und Nicolas Villeroy gegründet. Schon im Jahre 1801 hatte Jean-François Boch die ehemalige Benediktinerabtei in Mettlach gekauft, um dort eine moderne, mechanisierte Geschirrfabrik einzurichten. Die Abtei taucht ab 1883 im Firmenstempel, zusammen mit den Buchstaben 'VB', auf.

Auf der Rückseite der einen Platte sind die Ziffern '2804' zu lesen, auf der anderen '2805': fortlaufende Produktionsnummern, wie sie im Modellbuch aufgeführt wurden. Mit solchen Modellnummern wurde die Qualität der Produkte gesichert und Nachbestellungen erleichtert. In diesem Falle zeigen sie auch, dass die beiden Teller in einer Serie direkt hintereinander entworfen wurden.

Besonders schön sind hier die äußeren Fahnen, also die Tellerränder, gestaltet: ein rundum laufendes Jugendstilband mit Peitschenlinie und Eichenblättern. Die eingeritzten Darstellungen auf den Tellerspiegeln orientieren sich an Motiven, wie sie auf Schießscheiben zu finden sind: ein breit stehender Rehbock und ein, ebenfalls seine Breitseite zeigender Hirsch. Hier geben sie aber keine Schützenziele ab, sondern dienen ausschließlich der Wanddekoration.

Fakten:

  • Geschätzter Wert: 120 bis 200 Euro (pro Teller)
  • Datierung: um 1905
  • Herkunft: Mettlach
  • Hersteller: Villeroy & Boch
  • Sendung vom 9. November 2013

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