BR Fernsehen - Kunst + Krempel


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Tablettbild Leipzig unter Lack

Lackarbeiten waren die Spezialität der Braunschweiger Manufaktur Stobwasser. Dieses Tablett einer Leipziger Ansicht mit der Darstellung des Gasthauses 'Zu den drei Schwänen' wurde von der Wirtsfamilie um 1820 in Auftrag gegeben.

Stand: 27.07.2012 | Archiv

Sogar das berühmte Leipziger Gewandhausorchester hatte anfangs regelmäßig im Gasthaus 'Zu den drei Schwänen' gespielt. Ein Anlass mehr, diesen Ort malerisch unter Lack zu bannen. Für solche Lackarbeiten gab es einen hoch spezialisierten Betrieb: die Manufaktur Stobwasser. Sie hatte einen speziellen Lack entwickelt, machte damit riesige Umsätze und exportierte ihre Produkte bis nach Warschau, Oslo und Stockholm. Mit wachsendem Erfolg beschäftigte sie hoch qualifizierte Maler für ihre dekorativen Objekte.

Die Wurzeln solcher Stadtansichten liegen in der venezianischen Malerei, wie sie der berühmte Canaletto geschaffen hat und wie sie bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts hinein modern war. Jedes Detail der Häuser stimmt, sogar die Staffagefiguren wurden entsprechend der Kleidermode immer wieder aktualisiert. Dass es sich nicht um irgendein Blechtablett handelt, ist an den mit Gemmen verzierten Nieten zu erkennen, die die feuervergoldeten Messinggriffe halten. Sie machen dieses seltene Exemplar eines Lacktabletts für Stobwasser-Sammler noch attraktiver.

Fakten:

  • Geschätzter Wert: 2.000 bis 2.500 Euro
  • Datierung: um 1820
  • Herkunft: Braunschweig / Berlin
  • Hersteller: Manufaktur Stobwasser
  • Sendung vom 4. August 2012

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