BR Fernsehen - Kunst + Krempel


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Sandbild Gegen die Langeweile

Der Langeweile gegenüber der Ölmalerei begegnete der Maler dieses 'Wasserfalls mit Jagdgesellschaft' um 1760 mit der Lust am Experiment.

Stand: 12.08.2013 | Archiv

Mit Staub, Spinnweben, Federn oder eben Sand bekämpften die Maler im ausgehenden 18. Jahrhundert eine aufkeimende Langeweile, ein 'ennui', gegenüber der Ölmalerei. In die Malschicht eingestreuter Goldsand lässt dieses Ölbild, eine an die Wasserfälle von Tivoli erinnernde Landschaft mit Jagdgesellschaft, reizvoll glitzern. Er erzeugt eine Art 'Sfumato', eine dunstige, tröpfchengetränkte Atmosphäre, wie sie an Wasserfällen tatsächlich herrscht.

Die, im Gegensatz zum glänzenden Firnis, körnig-stumpfe Oberfläche dieses Ölgemäldes entsprach aber auch einer großen Mode jener Zeit: den Tapisserien. Selbst Francisco de Goya arbeitete als Maler für Wandbehänge. Anton Raphael Mengs, der in Madrid eine kleine Werkstatt für Tapisserien führte, hatte den berühmten Goya 1774 eigens darum gebeten. Der Begeisterung für stofflich wirkende Oberflächen entspricht auch dieses Bild. Dass es zudem noch von hoher malerischer Qualität ist, überrascht angesichts solcher Experimente dennoch.

Fakten:

  • Geschätzter Wert: 3.500 bis 4.500 Euro
  • Datierung: um 1760
  • Sendung vom 17. August 2013

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