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Rafael-Kopie Meine kleine Bäckerin

Dieser Kopf der 'Kleinen Bäckerin', der 'Fornarina' von Rafael, ist eines der meistkopierten Portraits überhaupt. Diese Kopie stammt aus der Zeit um 1800.

Stand: 03.11.2012 | Archiv

Kopien spielten vor der Erfindung der Fotografie eine wichtige Rolle für die Maler: als Zeugnisse der europäischen Tradition, als Teil ihrer künstlerischen Wurzeln, als Vorbilder und Studienobjekte. Denn selbst große Sammlungen waren bis weit ins 19. Jahrhundert nicht so ohne weiteres für jedermann zu besichtigen. Auch der Palazzo Barberini, in dem Rafaels 'La Fornarina' im 17. Jahrhundert hing, war schwer zugänglich. Und so wurde die Kopie zu einem Mittel der Kunstgeschichte, weil durch sie Bilder aus den privaten Palazzi in die Öffentlichkeit gelangten.

Die Maler unterlagen beim Kopieren aber strikten Auflagen. Insbesondere das Format musste deutlich verändert werden, um eventuellen Fälschungsabsichten vorbeugen zu können. Diese 'kleine Bäckerin', eines der meist kopierten Bilder Rafaels, war die Geliebte des Malergenies. Als Halbakt mit entblößten Brüsten hat er sie portraitiert und rückt sie so ins Umfeld des Kurtisanenportraits. Mit seinem Namen: 'Raphael Urbinus', der sich wie ein Reif um ihren linken Oberarm schmiegt, will er wohl sagen: 'diese Schöne gehört mir, dem Rafael aus Urbino'.

Fakten:

  • Geschätzter Wert: 3.500 bis 4.000 Euro
  • Datierung: um 1800
  • Sendung vom 3. November 2012

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