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Pastorale Prophet des Realismus

In der Tradition der Alten Niederländer malte Friedrich Simmler 1838 diese Pastorale, ein ländliches Idyll, auf der Basis von Naturstudien.

Stand: 01.07.2013 | Archiv

Dieses ländlich-romantische Motiv mit weidenden Tieren, auch Pastorale genannt, steht in der niederländischen Tradition des bekannten Tiermalers Paulus Potter. Hintergrund solcher Gemälde war ein erbitterter Streit. In den Jahren 1820/1830 ging es an den Akademien in Düsseldorf und München nämlich darum, welche Malerei bedeutender wäre: eine, deren Motive aus Mythologie und Geschichte stammen oder eine, die sich auf die niederländische Wirklichkeitsmalerei des 16. und 17. Jahrhunderts bezieht.

Kampfschriften wurden verfasst, Kampfbilder gemalt. Eindeutig greift der Geisenheimer Maler Friedrich Simmler (1801 bis 1872) mit seiner Pastorale auf die Alten Niederländer zurück. Dennoch wäre er ein reiner Kopist, würde er nicht auch einen eigenen Zugang suchen und der Natur neue Wahrheiten abtrotzen. Mit Tier- und Naturstudien ergänzten die Maler der Düsseldorfer Schule, zu denen Simmler gehörte, ihre Arbeit im Atelier. Damit wurden sie zu Propheten eines neuen Realismus, der im 19. Jahrhundert zunehmend wichtiger wurde.

Fakten:

  • Geschätzter Wert: 9.000 bis 10.000 Euro
  • Datierung: 1838
  • Künstler: Friedrich Simmler
  • Sendung vom 6.7.2013

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