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Bergpredigt Francken d.J. Reif fürs Museum

Dieses "Die Bergpredigt" genannte Bild von musealer Qualität, das der berühmte Antwerpener Barockmaler Frans Francken der Jüngere um 1630 geschaffen hatte, birgt vielleicht ein dunkles Geheimnis.

Stand: 04.08.2009 | Archiv

Bergpredigt von Frans Francken | Bild: BR

Nach der Beratung bei Kunst & Krempel wurde das Gemälde Objekt einer staatsanwaltlichen Ermittlung: ein Zuschauer hatte nämlich darauf hingewiesen, dass die "Die Bergpredigt" offiziell seit Ende April 1945 als verschollen galt, genauer, seit der Nacht, als das heutige Zentralinstitut für Kunstgeschichte in München, damals Nazi-Schaltzentrale, geplündert wurde.

Doch nicht dieser "Besitzerwechsel" war Hauptgegenstand der Untersuchungen, sondern die Umstände, wie das Bild noch während des Krieges in den Besitz der Nationalsozialisten gekommen war. Belegt werden konnte, dass der Kunsthändler Hildebrand Gurlitt das Bild in Paris erworben und den Nationalsozialisten für ihr "Führermuseum" in Linz für 10.000 Reichsmark verkauft hatte. Die Herkunft des Bildes konnte aber nicht zweifelsfrei ermittelt werden und die Bundesrepublik als Rechtsnachfolgerin des NS-Regimes erhob keinen Anspruch.

So ging "Die Bergpredigt" von Frans Francken dem Jüngeren schließlich per Gerichtsbeschluss an die aktuelle Besitzerfamilie zurück, die es lange Jahre in gutem Glauben ihr eigen genannt hatte.

Fakten:

  • Geschätzter Wert: 70.000 bis 100.000 Euro
  • Datierung: um 1630
  • Herkunft: Antwerpen
  • Künstler: Frans Francken der Jüngere
  • Sendung vom 15. November 2008

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