BR Fernsehen - Kunst + Krempel


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Bauersleut Helden des Alltags

Unter dem Einfluss der Neuen Sachlichkeit hat der Südtiroler Albert Stolz 1935 diese Gruppe von Bäuerinnen gemalt und damit auch einen Berufsstand porträtiert.

Stand: 03.10.2013 | Archiv

Das Leben der Bauern war nicht nur in Südtirol immer wieder Thema der Kunst. Während das ländliche Leben aber in der traditionellen niederländischen Kunst eher beschönigt wird, stellt es Albert Stolz hier mit einem nüchternen Blick dar, beeinflusst von der Neuen Sachlichkeit. Die Bäuerinnen sind deutlich von der Arbeit gezeichnet: ihre leicht gebeugte Haltung, die großen, kräftigen Hände, vor allem aber ihre bildfüllende Darstellung lassen sie zu Ikonen eines ganzen Standes werden.

Dabei sind sie hier nicht in einer repräsentativen Weise dargestellt wie bei einem ihrer Feste, sondern nach dem Kirchgang miteinander ratschend, wie sie es wohl jeden Sonntag tun. Diese fast dokumentarische, unpathetische Art der Darstellung steht in einer Tiroler Tradition, die bei Franz Defregger (1835 bis 1921) beginnt, dann im Werk von Albin Egger-Lienz (1868 bis 1926) einen Höhepunkt findet und durch Alfons Walde (1891 bis 1958) weitergeführt wird.

Fakten:

  • Geschätzter Wert: 7.000 bis 10.000 Euro
  • Datierung: 1935
  • Herkunft: Bozen
  • Künstler: Albert Stolz
  • Sendung vom 5. Oktober 2013

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