BR Fernsehen - Kunst + Krempel


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Badende Sehnsucht nach dem Paradies auf Erden

Dieses bislang Hans von Marées nicht eindeutig zugeschriebene Gemälde zeigt den Rückenakt einer Badenden in arkadischer Landschaft. Es könnte in den 1870er Jahren in Berlin oder Rom entstanden sein.

Stand: 23.01.2013 | Archiv

Wie Arnold Böcklin, Anselm Feuerbach und Adolf von Hildebrand, also die neo-idealistischen Deutsch-Römer, so stellte auch Hans von Marées immer wieder den idealtypischen (oft nackten) Menschen in arkadischer Landschaft dar. Seine Bilder sind Rückgriffe auf die Ideale des Klassizismus, mit denen er die Sehnsucht nach dem Schönen, Guten und Edlen ausdrückte.

Das idealtypische Arkadien der Mythologie steht für die Freiheit des Menschen von gesellschaftlichen Zwängen und für seinen Stolz als Krone der Schöpfung: für einen 'Neuen Menschen', der die Last der Industrialisierung und der Degradierung der Umwelt abwirft. Ein Menschenentwurf, wie ihn schon Nicolas Poussin mit seinem Bild 'Et in Arcadia ego' im 17. Jahrhundert berühmt gemacht hatte.

Risse im Paradies zeigen sich bei Hans von Marées allerdings auf seinen Bildoberflächen, denn er hat seine Bilder mit Teer- bzw. Asphaltfarbe grundiert. Da sie langsamer trocknet als die Malfarben, reißt die Oberfläche über die Jahre auf und es entstehen starke Krakelüren, wie sie auch hier bei der 'Badenden' zu beobachten sind.

Fakten:

  • Geschätzter Wert: 15.000 bis 18.000 Euro
  • Datierung: 1870er Jahre (?)
  • Herkunft: Berlin / Rom (?)
  • Künstler: Hans von Marées (?)
  • Sendung vom 26. Januar 2013

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