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Schreibmaschine Erfolgreiche Type

Eine Schreibmaschine, die auf einem heute ungewohnten Prinzip beruht: Mit einem Zeiger wird der zu schreibende Buchstabe ausgewählt und dann per Hebeldruck zu Papier gebracht.

Stand: 10.04.2013 | Archiv

Das erste Gerät dieser Bauart, die so genannte Index- oder Zeigerschreibmaschine, stammt aus dem Jahr 1904. Das vorliegende Modell 4 der „Mignon“ von AEG muss allerdings nach 1924 gefertigt worden sein, weil es schon Extra-Hebel für Leer- und Rücktaste hat.

Das Prinzip funktioniert so: Der bewegliche Zeiger ist mechanisch mit einem Typenwalze verbunden, die sich entsprechend dreht. Dann wird per Hebel der Zylinder auf Farbband und Papier gedrückt. Praktisch: Typenwalze und Buchstabenfeld waren austauschbar. So konnte beispielsweise auch kyrillisch geschrieben werden. Aus heutiger Sicht ist es trotzdem eine sehr umständliche und langsame Schreibmethode.

Dem Erfolg tat das keinen Abbruch, denn zu Anfang des 20. Jahrhunderts wurde eben noch nicht so viel mit Maschine geschrieben. Gerade für Privatpersonen war eine Zeigerschreibmaschine praktisch, weil preiswert und ohne aufwändige Schreibtechnik zu gebrauchen. Etwa 350.000 Stück wurden bis 1935 verkauft.

Fakten:

  • Geschätzter Wert: 100 bis 200 Euro
  • Datierung: nach 1924
  • Herkunft: Deutschland
  • Hersteller: AEG
  • Sendung vom 13. April 2013

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