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Schmuck und Silber Atmen lassen und tragen

Wir stellen immer wieder fest, dass seitens der Besucher große Unkenntnis über den richtigen Umgang und die richtige Pflege von historischem Schmuck und Silber herrscht. Falscher Umgang und falsche Pflege gehören jedoch zu den größten Feinden der geliebten Familienschätze.

Stand: 07.09.2010 | Archiv

Goldring | Bild: picture-alliance/dpa

Geben Sie Ihre Schmuckstücke oder Ihre Silberwaren immer zu einem Fachmann, der sich auf historischen Schmuck und Silber spezialisiert hat. Die Bezeichnung "Goldschmied" oder "Juwelier" bürgt nicht unbedingt dafür, dass diese Person auch fundiertes Fachwissen über Umgang und Reparatur von historischen Stücken hat.

  • Lassen Sie sich nie dazu überreden, die verarbeiteten Steine modern umzuschleifen.
  • Achten Sie immer darauf, dass beim Ersatz von Edelsteinen oder Perlen Material ausgesucht wird, das von Farbe, Form, Schliff und Qualität zu dem Stück passt.

Perlen

  • Niemals Ultraschall: Perlen dürfen niemals in ein Ultraschallbad gegeben werden.
  • Pflege: Reiben Sie die Perlen nach dem Tragen vorsichtig mit einem weichen, leicht feuchten Tuch ab, um jegliche Reste von Hautfett und Schweiß zu beseitigen.
  • Keine Säure: Da Perlen zum größten Teil aus Calciumcarbonat bestehen, reagieren sie auf jede Form von Säureeinwirkung. Vermeiden Sie direkte Hitze-, Parfüm- oder Cremeeinwirkung. Die Perlen könnten dadurch beschädigt werden und im schlimmsten Fall "absterben".
  • Keine Kratzer: Perlen haben eine geringe Härte. Sie sind daher sehr empfindlich gegen Kratzer und Ausbrüche. Man sollte sie aus diesem Grund getrennt vom übrigen Schmuck aufbewahren.
  • Perlen tragen: Perlen kommen aus einem lebenden Organismus und wollen atmen. Von daher gilt es, sie nicht jahrelang in einen dunklen Safe einzusperren. Man sollte sie tragen und dem Licht aussetzen, dann entwickeln sie ihren schönen Lüster.
  • Verwenden Sie nie scharfe Silberputzmittel. Putzen Sie Silber niemals mit rauen, metallischen Schwämmen. Bei Vergoldungen sollten Sie die Stücke nicht selbst säubern - sie könnten die Goldauflage abreiben. Auch hier empfiehlt sich der Gang zum Fachmann.
  • Historischer Schmuck darf niemals in ein Ultraschallbad gegeben werden. Da die Steinfassungen häufig nicht mehr so fest sind, besteht die Gefahr, dass Steine herausfallen. Ein Wiedereinfassen kann sich als äußerst schwierig oder sogar unmöglich herausstellen.
  • Reinigen Sie ihre Stücke vorsichtig mit Hilfe einer weichen Zahnbürste und einer Seifenlauge. Bewahren Sie den Schmuck möglichst in separaten Kästen oder Schatullen auf. Dies gilt insbesondere für Schmuck, der emailliert ist.

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