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Das Terrornetz Zschäpes Helfer vor Gericht

Nach mehr als fünf Jahren und 437 Verhandlungstagen geht der aufwendigste Strafprozess der deutschen Rechtsgeschichte zu Ende - das NSU-Verfahren. Im Fokus der Aufmerksamkeit stand stets Beate Zschäpe. Die Dokumentation "Das Terrornetz - Zschäpes Helfer vor Gericht" richtet seinen Blick auf die vier Mitangeklagten und damit das Netzwerk hinter dem Terror-Trio um Böhnhardt, Mundlos und Zschäpe. Ohne die Hilfe dieser Männer hätten die Drei nicht 14 Jahre lang morden, rauben und bomben können. Sie beschafften Wohnungen, Waffen, falsche Identitäten.

Stand: 09.07.2018

Der Film geht den Tatbeiträgen der vier Angeklagten akribisch nach und fördert dabei Erstaunliches zutage: André Eminger zum Beispiel war von der ersten Tat des Trios bis zum letzten Tag des NSU  einer der wichtigsten Unterstützer. Er selbst war Chef der ultra-rassistischen Vereinigung "weiße Bruderschaft Erzgebirge" und deswegen im Visier der Sicherheitsbehörden.

Blick auf die zweite Reihe der Täter

Recherchen zu diesem Film zeigen nun erstmals, dass es in Emingers engsten Umfeld zwei V-Leute des Verfassungsschutzes gab - und das zu einer Zeit, in der er beinahe täglich Kontakt zu Böhnhardt, Mundlos und Zschäpe hatte. Die Autoren konnten einen der V-Männer aufspüren und erhielten aufschlussreiche Einsichten in das Leben und Denken André Emingers als selbsternannter Rassekämpfer. Eminger, das macht der Film deutlich, ist bis heute ein überzeugter Neo-Nazi. Auch Ralf Wohlleben gibt sich vor Gericht ideologisch gefestigt, stellt sich dennoch als eine Art "nationalen Pazifisten" dar. Der Film blickt auch hier hinter die Fassade. Prozessbeobachter, Nebenklagevertreter, Sicherheitsexperten und ein forensischer Psychiater analysieren Prozessauftritte, Tatbeiträge und Motive der Angeklagten und zeichnen so ein umfassendes Bild der vier Männer im Schatten von Beate Zschäpe.

Die Dokumentation "Das Terrornetz - Zschäpes Helfer vor Gericht" macht die tiefe Verwurzelung des Terror-Trios in der Neonazi-Szene deutlich. Außerdem geht sie der umstrittenen Rolle der Sicherheitsbehörden nach.

Eine Co-Produktion von BR, MDR und SWR.


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