BR Fernsehen - Kontrovers


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Nach Urteil in Bamberg Ulvi Kulac aus Psychiatrie entlassen

Nach 14 Jahren ist Ulvi Kulac aus der Psychiatrie entlassen worden. Nun soll er in einem Heim für behinderte Menschen wohnen. Kulac war voriges Jahr vom Vorwurf des Mordes an Peggy aus Lichtenberg freigesprochen worden.

Stand: 31.07.2015 | Archiv

August 2014: Ulvi Kulac bei Prozessbeginn | Bild: picture-alliance/dpa

Die Mitglieder des Unterstützerkreises um seine Betreuerin Gudrun Rödel empfingen Kulac auf dem Parkplatz des Bezirkskrankenhauses. Anschließend hielten sie in der Autobahnkirche Himmelkron eine Andacht ab. Wo genau Kulac künftig untergebracht ist, bleibt geheim. Dadurch soll vor allem die Privatsphäre der anderen Bewohner geschützt werden.

Im Mordprozess freigesprochen

Seit 2001 saß der geistig behinderte Ulvi Kulac aus Lichtenberg wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern in der geschlossenen Psychiatrie. Verlassen durfte er das Bezirkskrankenhaus wegen eines Praktikums bereits Anfang der Woche. Vom Vorwurf des Mordes an der seit 2001 vermissten Peggy Knobloch aus Lichtenberg wurde der 38-Jährige im vergangenen Jahr im Wiederaufnahmeverfahren in Bayreuth freigesprochen.

Im März ordnete das Oberlandesgericht Bamberg schließlich seine Entlassung aus der geschlossenen Psychiatrie an. Kulac habe sich inzwischen weiterentwickelt, sodass er nach Ansicht des Gerichts und der psychiatrischen Gutachter bei entsprechender Betreuung keine Gefahr für die Allgemeinheit mehr darstelle.

"Ulvi kommt frei - dafür habe ich zehn Jahre lange gekämpft, es hat sich gelohnt."

Gudrun Rödel, Betreuerin Ulvi Kulacs

Stichwort: Fall Peggy

Ulvi Kulac war 2004 vom Landgericht Hof wegen Mordes an der 2001 verschwundenen Peggy Knobloch aus Lichtenberg verurteilt worden. Im Zuge der Ermittlungen hatte der geistig Behinderte gestanden, das Mädchen getötet zu haben. Mit der Zeit mehrten sich aber Zweifel an seiner Schuld. Im Mai 2014 wurde Kulac dann im Wiederaufnahmeverfahren am Landgericht Bayreuth freigesprochen. Peggy gilt auch 14 Jahre nach ihrem Verschwinden als vermisst.


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