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Betrugsmasche Wie falsche Polizisten Rentner um ihr Erspartes bringen

Sie rufen am liebsten bei älteren Leuten an, versetzen sie in Angst und Schrecken und versuchen so an das Geld der Senioren zu gelangen: Falsche Polizisten. Mit dieser Masche haben Betrüger im vergangenen Jahr in Bayern mehr als neun Millionen Euro erbeutet.

Von: Ronja Dittrich und Verena Schälter

Stand: 30.05.2018

Jeden Tag rufen Betrüger potentielle Opfer an und geben sich als Polizisten aus. So auch bei einer 67-jährigen Rentnerin aus München:

Jemand meldet sich bei ihr als "Kriminalbeamter Beckmann" und erzählt ihr, dass es Betrügern gelungen sei, wertvolle Münzen in ihrem Bank-Schließfach gegen Fälschungen auszutauschen. Ein Trick!

Der Trick mit der Bank

Der vermeintliche Polizist bittet sie daher um Mithilfe bei der Aufklärung des Falls: Die Dame soll bei der Bank ihr Schließfach leeren und den Inhalt den Beamten zur Überprüfung überlassen. Alles klang echt: Eine Übergabe fand kurze Zeit später statt. Seltene Münzen im Wert von 100.000 Euro - verloren, an falsche Polizisten.

Kein Einzelfall: Von 2016 auf 2017 stieg die Zahl der gemeldeten Betrugsversuche in Bayern von circa 500 auf über 5.000. Und dieses Jahr sind es jetzt schon rund 4.000 Fälle.

Verhaltenstipps von der Polizei

Die Täter gehen sehr perfide vor, aber es gibt Anzeichen anhand derer man falsche Polizisten erkennen kann.
•   Die Täter rufen meist mehrfach an und schlüpfen häufig in verschiedene Rollen: Staatsanwalt, Richter, Polizist oder Verfassungsschützer. Lassen Sie sich am Telefon nicht unter Zeitdruck setzen und hinterfragen Sie das Anliegen der vermeintlichen Beamten.
•   In Bayern erhalten Sie keine Anrufe von der Notrufnummer 110. Wird Ihnen diese Nummer in Ihrem Telefon-Display angezeigt, ist sie mit großer Wahrscheinlichkeit manipuliert worden.
•   Geben Sie am Telefon keine Auskunft über Ihre Vermögensverhältnisse. Die Polizei würde Sie solche Dinge nicht telefonisch fragen und niemals auf diese Art Geld oder Wertgegenstände fordern.
•   Lassen Sie sich eine Rückrufnummer geben. Dann trennen Sie die Verbindung, indem Sie auflegen. Lassen Sie sich nicht verbinden.
•   Rufen Sie die 110 an und vergewissern Sie sich, ob sich die Polizei wirklich an Sie gewandt hat.
•   Die Betrüger werden Ihnen sagen, dass Sie mit niemandem darüber sprechen sollen. Glauben Sie das nicht, sondern informieren Sie Angehörige und Freunde, wenn Sie derartige Anrufe erhalten haben.


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