BR Fernsehen - Kontrovers


10

Zugunglück Bad Aibling Prozess gegen Fahrdienstleiter

12 Menschen starben, fast 90 Zuginsassen wurden teils lebensgefährlich verletzt. Das Bahnunglück vom 9. Februar 2016 ist eines der schlimmsten in der Geschichte der Bundesrepublik. Bei den Ermittlungen stellte sich heraus, dass der Fahrdienstleiter vorschriftswidrig Spiele auf seinem Handy gespielt hatte. Am 10. November begann der Prozess am Landgericht Traunstein.

Stand: 14.11.2016

Der Fahrdienstleiter Michael P, der damals im Bahnhof von Bad Aibling Dienst hatte, sitzt seit April in Untersuchungshaft. Nach der Festnahme hatte der 40-Jährige das Spielen mit dem Handy laut Staatsanwaltschaft gestanden, bestritt aber, dadurch abgelenkt gewesen zu sein. Den Ermittlungen zufolge war er bis zwei Minuten vor der Katastrophe in das Videospiel "Dungeon Hunter 5" vertieft - und jagte Monster, während er den Zugverkehr regeln sollte. So oder so - klar ist: Das DB-Regelwerk untersagt den Fahrdienstleitern, während der Dienstzeit private Ton-, Film-, Funk- oder Datenverarbeitungsanlagen zu nutzen.

Sieben Prozesstage angesetzt

Am 18. Juli erhob die Staatsanwaltschaft Traunstein Anklage gegen den Fahrdienstleiter. Sie wirft ihm fahrlässige Tötung in 12 Fällen und fahrlässige Körperverletzung in 89 Fällen vor. Insgesamt sieben Verhandlungstage hat die Zweite Strafkammer am Landgericht Traunstein im November und Dezember für den Prozess anberaumt. Die Höchststrafe für fahrlässige Tötung beträgt fünf Jahre. Unabhängig davon, wie viele Menschen ums Leben gekommen sind.

Wie die Katastrophe Fahrt aufnahm

Minutenprotokoll: Wie die Katastrophe Fahrt aufnahm


10