BR Fernsehen - Kontrovers


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Kunstpelz oder Echtpelz? Handel verheimlicht Herkunft

Ein flauschiger Bommel an der Mütze, ein kuscheliger Kragen an der Jacke – aber bitte Kunstpelz. Viele Deutsche lehnen echten Pelz ab. Und ahnen nicht, dass der Handel ihnen genau den unterjubelt, trotz Kennzeichnungspflicht.

Stand: 17.11.2014

Seit 2012 gibt eine neue europäische Textil-Kennzeichnungsverordnung: Pelz, Leder, Horn, Federn oder Perlen müssen seitdem gekennzeichnet werden. Wenn sie echt sind, sollte auf dem Etikett stehen: "Enthält nicht-textile Bestandteile tierischen Ursprungs".  Aber hält sich der Handel daran? Wir machen einen Test, kaufen verschiedene Kleidungsstücke, die uns verdächtig erscheinen: Ist das wirklich Kunstpelz oder doch echter, obwohl auf dem Etikett kein Hinweis zu finden ist?

Marderhund

Wir zeigen die Sachen einer Kürschnerin. Sie vermutet: Bei den Fellen handelt es sich wahrscheinlich um den Pelz von Marderhunden. In China in Massen gezüchtet und preiswert verkauft. Was also bringt die Kennzeichnungspflicht? Warum drohen den Herstellern, die ihre Kunden täuschen, keine Sanktionen?

Wie können Sie selbst prüfen, ob ein Pelz echt ist oder nicht?

  • Echtpelz kann man leicht bewegen, also die Haare bewegen sich stark im Wind
  • Pelz hat immer eine Unterwolle
  • Der Boden ist aus Leder
  • Wirklich sicher ist aber nur der "Kokeltest". Dann kann man riechen, ob es verbrannte Haare sind oder ob es eher nach verbranntem Plastik riecht. Den Kokeltest kann man natürlich nicht im Laden machen, sondern erst zu Hause. Dazu ein paar Härchen aus dem Kragen reißen und unter einer Flamme erhitzen. Kleiner Trost: Stellt sich dann eine falsche Etikettierung raus, gibt's Geld zurück.

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