BR Fernsehen - Kontrovers


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Dr. Georg Schreiber-Medienpreis Auszeichnung für Kontrovers

"Ohne Larmoyanz", "nicht reißerisch, sondern zurückhaltend", "einfühlsamer Umgang mit den Betroffenen" – das sind die Jury-Schlagworte für Philipp Grülls Film "Palliativmedizin – zu wenig ambulante Sterbebegleitung". "Die Story" lief am 20. Oktober 2014 in der Sendung Kontrovers im Bayerischen Fernsehen. Der Dr. Georg Schreiber-Medienpreis ist bereits die zweite Auszeichnung für diesen Film. Ende April erhielt Philipp Grüll dafür den Axel-Springer-Preis für junge Journalisten.

Stand: 19.06.2015

Preisverleihung Dr. Georg Schreiber-Medienpreis. Philipp Grüll ganz rechts im Bild. | Bild: AOK/Bernhard Schnitzler

Zu wenig ambulante Sterbebegleitung

Eigentlich existiert seit acht Jahren ein Rechtsanspruch auf ambulante Palliativversorgung. Das Problem: Es gibt viel zu wenige solcher häuslicher Angebote und deshalb verbringen viele Menschen die letzten Wochen ihres Lebens unnötig im Krankenhaus und sterben dort. Vor allem auf dem Land fehlt eine spezialisierte ambulante Palliativversorgung, kurz SAPV. Nicht dem Leben mehr Tage geben, sondern den Tagen mehr Leben, das ist das Motiv der Mitarbeiter dieser Palliativteams.

Keine Reporter-Routine

Kontrovers-Reporter Philipp Grüll

Kontrovers-Reporter Philipp Grüll war in München mit SAPV-Teams unterwegs, die schwerkranke Menschen in den Wochen bis zu ihrem Tod begleitet haben. Für ihn und Kameramann Tobias Henkenhaf eine völlig neue Situation und alles andere als Reporter-Routine. Sie hielten sich im Hintergrund, dokumentierten behutsam das Warten, waren "einfach" nur dabei. Entsprechend kommt der Film auch ohne Sprechertext aus, was ihn noch eindrücklicher macht.

"Aus zwei Gründen sind die Auszeichnungen für diese Kontrovers-Story besonders: Der Film bricht mit den üblichen Konventionen – 20 Minuten ohne Off-Text, das war ein Experiment. Außerdem haben wir lange nicht gewusst ob aus diesem Projekt tatsächlich ein Film wird. Philipp Grüll und Tobi Henkenhaf haben über Monate an dem schwierigen Thema gearbeitet. Dafür gilt ihnen mein Dank. Wir wissen, dass sich unsere Zuschauer mehr Tiefe in der Berichterstattung wünschen. Die können wir in Kontrovers mit dem Format der 'Story' bieten."

Andreas Bachmann, Redaktionsleiter Kontrovers

Dr. Georg Schreiber-Medienpreis

Den "Dr. Georg Schreiber-Medienpreis" verleiht die AOK Bayern in dem Bestreben, herausragende journalistische Arbeiten auszuzeichnen, die auf vorbildliche Weise dazu beitragen, sowohl die Berichterstattung im Bereich Gesundheit und Soziales zu optimieren, als auch die Rezipienten zu animieren, sich mit sozialen und gesundheitspolitischen Themen auseinanderzusetzen. In Zusammenarbeit mit den Nachwuchsjournalisten in Bayern e.V. (NJB) und mit Unterstützung der Deutschen Journalistenschule München e.V. (DJS) wird der Preis zur Förderung des journalistischen Nachwuchses jährlich ausgeschrieben. Er ist mit insgesamt 30.500 Euro dotiert.


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