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Fünf Jahre nach der EHEC Epedemie Die ungebannte Gefahr

EHEC, das gibt es heute noch - obwohl die meisten es nur von der Epidemie 2011 kennen. Damals kostete die größte Lebensmittelepedemie Deutschlands insgesamt 53 Menschen das Leben. Doch selbst wer überlebt hat, kann noch immer Folgen spüren.

Von: Hans Hinterberger

Stand: 25.05.2016

Zuerst waren es Verzehrwarnungen für Salat, Tomaten, Gurken, dann kamen Sprossen hinzu, über die sich die EHEC-Keime verbreiten. Da tappten Politiker und Mediziner wochenlang im Dunklen. Es entstand die größte Lebensmittelepidemie der Bundesrepublik, an deren am Ende 53 Menschen starben und andere bis heute die Folgen spüren.

Als alles begann

EHEC, das sind mutierte Darmbakterien. Sie kommen vor allem in Rindern vor. Mögliche Wegen zum Menschen gibt es viele: Güllerückstände auf Gemüse, nicht durchgegartes Fleisch, oder Verunreinigungen in Rohmilch. Für Prof. Klaus Stark vom Robert Koch Institut war die Epidemie von 2011 eine außergewöhnliche Herausforderung. Grundsätzlich sind EHEC- Infektionen für ihn aber Alltag.

"Wir haben jedes Jahr zur Zeit etwa 1.500 Fälle. Natürlich gibt es eine erhebliche Dunkelziffer. Man muss davon ausgehen, dass doch mehrere Tausend EHEC-Fälle in Deutschland vorkommen jedes Jahr. Bei dem HUS ist es zwischen 50 und 100."

Prof. Klaus Stark vom Robert Koch Institut

Besonders Kinder sind anfällig

Rupert Ebner war 2014 ganz neu im Amt des Gesundheitsreferenten, als ihm gemeldet wird, dass bei zwei Kindern EHEC festgestellt wurde. Als ausgebildeter Tierarzt kennt er das Thema und weiß: Die Sache ist ernst. Die Suche nach dem konkreten Verursacher aber blieb erfolglos. Der Keim wurde von außen eingeschleppt. Das kann, trotz der strengen Hygiene in Kitas, theoretisch überall passieren.

"Das Leben ist immer mit Risiko behaftet. Ich denke, sich an EHEC so zu infizieren, dass man schwerwiegend dann erkrankt, ist in aller erster Linie schicksalshaft."

Dr. Rupert Ebner, Tierarzt und Gesundheitsreferent in Ingolstadt

Ende Juli 2011 hatte das Robert Koch Institut die Epidemie für beendet erklärt. Doch EHEC ist allgegenwärtig, nur die schweren Verläufe sind seltener. Theoretisch kann es jederzeit wieder zu einer Epidemie wie vor fünf Jahren kommen.


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