BR Fernsehen - Kontrovers


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Bilderberg-Konferenz Umstrittenes Gipfeltreffen

Nach dem G7-Gipfel trafen sich am Wochenende in Tirol wieder Mächtige aus aller Welt. Unter großen Sicherheitsvorkehrungen, hinter verschlossen Türen. Was besprochen wurde, ist streng vertraulich. Geheimsache Bilderberg – was steckt dahinter?

Stand: 17.06.2015

Es ist ein Treffen mit langer Tradition: 1954 fand es das erste Mal statt, seitdem haben rund 2.500 Personen daran teilgenommen, nur die Wichtigsten der Welt aus Politik und Wirtschaft. Sie nehmen sich jedes Jahr die ganz großen Themen vor. So auch diesmal in Telfs in Tirol: Es soll um Griechenland gegangen sein und um Russland, um Terror, Cyber-Sicherheit und Wirtschaftsfragen.

Geheimnisumwittertes Bilderberg-Treffen

Auf der Gästeliste, so viel ist durchgesickert: für Deutschland Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen und ihre Staatsekretärin, der Präsident Österreichs Heinz Fischer, Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg, Google-Chef Eric Schmidt, der Aufsichtsratvorsitzende von Airbus Thomas Enders und, und, und. Kurz: Die Elite der Welt, alle Teilnehmer reisen jedoch offiziell als Privatpersonen an. Es gibt keine Protokolle, keine Pressekonferenzen. Was besprochen wird, wer was sagt, das bleibt streng vertraulich. Das erlaube den Teilnehmern, zuzuhören, nachzudenken, Erkenntnisse zu sammeln, heißt es von Seiten der Organisatoren.

Anti-Bilderberg-Demo

Kritikern ist genau diese Geheimnistuerei ein Dorn im Auge. Sie beklagen, dass bei den Bilderberg-Treffen wichtige politische und wirtschaftliche Entscheidungen getroffen würden – ohne demokratische Legitimation und öffentliche Kontrolle. Außerdem ärgern sie sich über die hohen Kosten, die durch das große Polizeiaufgebot entstehen, und die der Steuerzahler übernehmen muss – für ein privates Geheimtreffen. Kontrovers über Mythos und Macht der Bilderberg-Konferenz.


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