BR Fernsehen - Kontrovers


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Arbeiten ohne Lohn Ausbeutung auf Baustellen

Sie schuften ohne Lohn, klagen 30 rumänische Arbeiter auf einer Baustelle in Augsburg. Weder Bauträger, General- oder Subunternehmer wollen dafür verantwortlich sein. Kontrovers über die Schattenseiten eines Vorzeigeprojekts.

Stand: 08.07.2015

"Unvergleichlich. Unwiederbringlich. Unwiderstehlich.", so wird die "Wiederbelebung" des Augsburger Textilviertels vermarktet. "Neues Wohnen, Arbeiten und Genießen" wird hier in blumiger Werbesprache versprochen. Ganz anders sieht die Realität auf der Baustelle aus: 30 rumänische Arbeiter befinden sich seit vergangener Woche im Ausstand.

"Wir haben Hunger" steht auf einem Transparent. Sie hausen in Containern und haben nach eigenen Angaben auch nach Monaten noch keinen Lohn erhalten. Kein Einzelfall, gerade bei größeren Bauprojekten. Besitzer, Bauträger, General- und Subunternehmer sind kompliziert miteinander verflochten und wollen alle am Projekt verdienen. Auf der Strecke bleiben dann oft die, die vor Ort schuften. Bauarbeiter aus Osteuropa. Was läuft hier schief?

Freizügigkeit

Seit 1. Januar 2014 gilt auch für Rumänien und Bulgarien die uneingeschränkte Arbeitnehmer-Freizügigkeit innerhalb der EU. Das heißt: Bürger aus diesem Land dürfen in Deutschland ohne große Bürokratie arbeiten. Doch diese Regelung hat ihre Schattenseiten.


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Vielfahrer, Montag, 20.Juli 2015, 20:30 Uhr

4. Rumänische Bauarbeiter in Augsburg

Man sollte den Hut vor all den Leuten ziehen, die jetzt den Leuten in irgendeiner Form helfen und einiges auf sich nehmen,
angefangen vom Busunternehmer, seinen Fahrern, den Versorgern mit Lebensmitteln etc...
und nicht immer an die Drecksäcke denken, die Menschen so schamlos ausnutzen.
Ich wünsche mir nur eines: Dass die Männer möglichst schnell ihren ausstehenden Lohn voll u.ganz kriegen, die Sklaventreiber
allesamt auf die Baustelle gekarrt werden und ohne Lohn arbeiten müssen bis zum "Umfallen" und abends noch in den
Wohncontainern bei größter Hitze campieren könnten.
Ausserdem die beteiligten " Firmen " ein für allemal schließen.

Britta, Donnerstag, 09.Juli 2015, 21:00 Uhr

3. Besser hinsehen als nur zuhören!

Da kommt ein rumänischer Bauunternehmer zu Wort, der nach Abzug der Presse mit einem dicken BMW ,wohl klimatisiert nach Hause fährt und seine Leute als Mittel zum Zweck auf der Baustelle zurücklässt. Die ziehen doch unter Ausnutzung deutscher Gesetze von Baustelle zu Baustelle. Warum klärt das Bay Fernsehen die Zuschauer nicht über die Machenschaften rumänischer Firmen und deren Inhabern auf. Warum ist immer nur der deutsche Unternehmer der Böse ?

Stefanie, Mittwoch, 08.Juli 2015, 23:21 Uhr

2. Schande für Deutschland

Auf Ihrer FB-Seite haben Sie einen Kommentar erhalten, dem ich mich nur absolut anschließen kann. Ich zitiere ihn hier, da ich keinen Facebook-Account habe, um dort ein "Like" zu geben:
"Zahlreiche Deutsche hatten Angst vor bulgarischen und rumänischen Schmarotzer, die sich in Deutschland auf die faule Haut legen und Sozialhilfe empfangen. Und nun? Die harte Arbeit vieler rumänischer Bauarbeiter wird mit Füßen getreten und ihnen selbst, dass hat Ihr Beitrag allzu gut gezeigt, wird keine Wertschätzung entgegengebracht. Was für eine Schande für Deutschland!"

Geradeheraus, Mittwoch, 08.Juli 2015, 22:23 Uhr

1. Da steckt doch sicher mehr dahinter...

Mich würde es sehr wundern, wenn nicht deren eigenen Landsleute die Drahtzieher dieser Ausbeutung sind! Die als Mittelsmänner, oder besser gesagt, sogenannte Subunternehmer, schonungslos die Notlage dieser Männer für die eigene Bereicherung ausgenutzt haben. Wer wird aber wieder öffentlich darauf aufmerksam gemacht und somit gutmenschlich zum Handeln aufgefordert? Na, der Michel. Denn der soll es wieder richten, da ja zum Büßen verpflichtet.. Tja, wir haben's doch, man muss uns nur richtig schütteln... Dieser Kommentar wurde von der BR-Redaktion entsprechend unseren
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