BR Fernsehen - Kontrovers


23

Axel-Springer-Preis 1. Preis für Kontrovers-Autor Philipp Grüll

Wir freuen uns riesig! Am 29.4. wurde Kontrovers-Autor Philipp Grüll in Berlin für die Kontrovers-Story "Palliativmedizin – Zu wenig ambulante Sterbebegleitung" mit dem Axel-Springer-Preis für junge Journalisten ausgezeichnet.

Stand: 30.04.2015

Preisverleihung beim Axel-Springer-Preis für junge Journalisten für Philipp Grüll | Bild: Annette Milz

Daheim sterben - das ist der größte Wunsch vieler todkranker Menschen. Und eigentlich gibt es seit 2007 einen Rechtsanspruch auf ambulante Palliativversorgung. Das Problem: Es gibt viel zu wenig solcher häuslicher Angebote und deshalb verbringen viele Menschen die letzten Wochen ihres Lebens unnötig im Krankenhaus und sterben dort. Vor allem auf dem Land fehlt spezialisierte ambulante Palliativversorgung, kurz SAPV. Bisher gibt es solche SAPV-Teams vor allem in Ballungsräumen. Nicht dem Leben mehr Tage geben, sondern den Tagen mehr Leben, das ist das Motiv der Mitarbeiter dieser Palliativteams.

Kontrovers-Reporter Philipp Grüll war in München mit SAPV-Teams unterwegs, die schwerkranke Menschen in den Wochen bis zu ihrem Tod begleitet haben.
Dabei ist eine beeindruckende Reportage entstanden: über Ärzte, die nicht mehr heilen können – und ihren Patienten doch einen unschätzbaren Dienst erweisen.

Begründung der Jury

Der Film sei authentisch, nah am Menschen, ohne falsches Pathos, so Laudatorin Bettina Schausten. In der Begründung der Jury heißt es außerdem:

"Dies ist keine Reporter-Routine, es ist ein Fegefeuer für Autor und Kameramann. Sie sind behutsame Protokollanten den Wartens, gleichsam auf Zehenspitzen schauen und hören sie zu, können nur dokumentieren, wie wichtig der Beistand ist, wenn jeder Augenblick noch ein Teil des Lebens ist, aber doch schon ein Stückchen näher dem Tod."

Jury des Axel-Springer-Preises

Die Kontrovers-Story sei "ein Hinweis an die Gesellschaft, mehr Hilfe zu organisieren, damit Sterbende die letzte Zeit in der vertrauten Umgebung verbringen können. Ein Film von stiller Intensität und damit umso eindringlicher; er tönt nicht, er fordert nichts, kein Drama, kein Grabgesang, ein Bericht von den Betroffenen selbst."

Unsere Glückwunsch und unser Dank gehen auch an den Kameramann der Story, Tobias Henkenhaf, und den Cutter Michael Auer!

Heiße Kandidaten

Unter den elf Finalisten für den Axel-Springer-Preis für junge Journalisten war in der Kategorie Fernsehen sogar noch eine weitere Kontrovers-Story: "Der Traum von Europa – das Geschäft mit brasilianischen Nachwuchsfußballern“ von Katharina Willinger, Stefanie Heiß, Patrick Lerch und  Anne Hinder, Sendedatum 11.6.2014


23