BR Fernsehen - Komödienstadel


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Interview Lukas Huber und Regisseur Peter Weissflog

Im "Duttenfeiler" stand ein junger Schauspieler auf der Bühne: Der zwölfjährige Lukas Huber. Regie führte Peter Weissflog. Wir haben bei beiden nachgefragt, wie die Zusammenarbeit ausgesehen hat.

Von: Mona Karama

Stand: 13.04.2010 | Archiv

Duttenfeiler | Bild: BR, Foto Sessner

BR-online: Standest Du beim "Duttenfeiler" das erste Mal auf der Bühne sowie vor der Kamera?

Lukas Huber: Ich durfte bereits bei einem Komödienstadel, dem "Kuckuckskind" mitmachen.

Lukas Huber mit Sabrina White und Christiane Blumhoff

Damals habe ich die Figur des Sebastian gespielt, der einem Opa als Enkel untergejubelt wurde. Beim BR-Spielfilm "Apollonia" habe ich auch eine Rolle bekommen. Da hatte ich das Massl, dass ich bairisch sprechen kann. Da es nicht mehr sehr viele Kinder in meinem Alter gibt, die das können, hat es mir geholfen, die Rolle zu bekommen. In der Schule habe ich den Romeo (aus "Romeo und Julia") auf bairisch gespielt. Das hat meiner Deutschnote sehr gut getan.

"Lukas Huber war der Redaktion bereits bekannt. Er hat schon mal im Komödienstadel, im Kuckuckskind mitgespielt, als ganz junger Bub. Man hat das Gefühl, das wird mal ein ganz Großer, und dann kann man sich später rühmen, ihn schon als Kind gekannt zu haben."

Peter Weissflog

BR-online: Wie war beim "Duttenfeiler" die Zusammenarbeit mit Deinen professionellen Kollegen?

Lukas Huber: Die war toll! Alle haben mir sehr geholfen. Ich hatte die besondere Ehre, dass der Markus Neumaier mein "Trainer" war.

BR-online: Ist die Arbeit mit einem Kind schwieriger als mit Erwachsenen?

Peter Weissflog: Die Arbeit mit einem schauspielernden Kind kann durchaus schwieriger sein als mit einem erwachsenen Schauspieler-Profi. Mit einem Kind muss man länger und öfter probieren und ihm seine Rolle und die jeweiligen Szenen genau erklären. Ich sage immer, die Kunst der Schauspielerei liegt in der Wiederholbarkeit einer Szene. Oft sind Kinder bei Probeaufnahmen erstaunlich frisch und natürlich, aber eben nur das erste Mal. Bei der zweiten oder dritten Wiederholung der Szene ist es dann nur noch ein "Text aufsagen". So kann man schnell ein schauspielerisches Talent erkennen.

BR-online: Wie hat es geklappt, Schule und Proben zu vereinbaren? Wurde die Schule etwas vernachlässigt?

Lukas Huber: Nach der ersten Probenwoche habe ich in der Deutsch Extemporale meine erste fünf überhaupt kassiert. Das lag aber eher am Thema: Aktiv-Passiv-Regeln. Die hätte ich auch ohne Probenarbeiten nicht gekonnt. Ansonsten lief alles prima. Im Auto hatte ich einen Tisch, auf dem ich auf der Hinfahrt meine Hausaufgaben gemacht habe, und auf der Rückfahrt Vokabeln lernen konnte.

BR-online: Wie war die Arbeit mit Lukas Huber? War er sehr aufgeregt? Gab es beispielsweise Probleme beim Text merken?

Peter Weissflog: Lukas Huber ist ein großes Talent. Bei ihm sind die Szenen auch bei der Wiederholung perfekt, mehr noch, er steigert sich von Probe zu Probe.

Corinna Binzer, Lukas Huber, Stefan Murr

Wahrscheinlich war er bei den Aufzeichnungen aufgeregt, das sah man an den roten Wangen. Aber er hat sich wie ein echter Profi nichts anmerken lassen. Probleme beim Text merken hatte er keine. Er konnte alles prima. Er hatte aber auch ganz nach amerikanischem Vorbild einen "Dialog-Coach": Markus Neumaier, der die Rolle des Quirin spielte, betreute den Lukas hinter den Kulissen und übte mit ihm Text und Rolle.

BR-online: Der Komödienstadel wird immer chronologisch geprobt. Dies war beim "Duttenfeiler" nicht möglich, da Lukas morgens in die Schule gehen musste. Hat das unangenehme Auswirkungen auf die Arbeit gehabt?

Peter Weissflog: Wir sind gut damit zurechtgekommen. Ich fand es immer lustig, wenn unsere junge Produktionspraktikantin mit dem Textbuch in der Hand den "stand in" für Lukas machte, seine Texte sprach und seine Wege ausführte. Bald konnte sie die Texte selbst schon auswendig. Nur das Hinaufklettern über das Spalier bis zum Erkerfenster haben wir ihr erspart.

BR-online: Was haben Deine Freunde und Schulkameraden dazu gesagt, dass Du demnächst im Fernsehen zu sehen bist?

Lukas Huber: Die fanden es cool und haben mir tausend Fragen gestellt, wie die Abläufe beim Fernsehen funktionieren. Wir werden zum Sendetermin einen Beamer ausleihen, weil alle den Komödienstadel anschauen wollen. Mein Schuldirektor freut sich besonders, weil ich in Prien auf das Ludwig-Thoma-Gymnasium gehe und im "Duttenfeiler" den Ludwig spielen durfte.

"Meine Oma ist ein totaler Fan. Sie ist auch bei den Proben öfter mit dabei gewesen und bei ihr habe ich auch schon viele Komödienstadel gesehen."

Lukas Huber

BR-online: Würdest Du gerne Schauspieler werden?

Lukas Huber: Auf alle Fälle möchte ich Schauspieler werden. Die Schauspieler beim Komödienstadel haben mir aber geraten, erst mal etwas Gscheids zu lernen und dann zu schauspielern. Vor allem nach meinem Fünfer in Deutsch hat der Markus Neumaier mir die Leviten gelesen. Kameramann oder Tontechniker sind für mich aber auch tolle Berufe.

BR-online: Würden Sie gerne wieder mit einem Kind arbeiten?

Peter Weissflog: Man sagt zwar immer: Kinder und Tiere! Da wird es eine schwierige Produktion!

Lukas Huber im "Duttenfeiler"

Ich empfinde es als Herausforderung und arbeite gern mit Kindern, auch mit Tieren. Bei Tieren muss man sich ja manchmal ziemliche Tricks einfallen lassen, damit es so aussieht, als würden sie das tun, was man will. Mit Kindern kann man eine Rolle spielerisch erarbeiten, und das macht Spaß.

BR-online: Hast du Lust, mal wieder im Komödienstadel mitzuspielen?

Lukas Huber: Auf alle Fälle! Wenn ihr mich wieder brauchen könnt ...


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