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"jetzt red i" aus Fischbachau Schützen oder schießen? Die Bauern und der Streit um den Wolf

Lange galt er als ausgestorben, doch 1996 wurde der Wolf in Deutschland erstmals wieder gesichtet. Seitdem hat die Population stetig zugenommen, auch in Bayern streifen immer mehr Wölfe umher. Das freut nicht nur Natur- und Umweltschützer: 76 % der Deutschen finden, der Wolf sollte selbst dann hier leben dürfen, wenn es zu Problemen kommt.

Stand: 13.10.2021

Die bayerischen Bauern sehen das aber ganz anders. Alleine im letzten Jahr wurden im Freistaat fast 40 Tiere von Wölfen gerissen. In der Statistik sind das nur Zahlen. Für die Bauern und Schäfer ist aber jeder einzelne Riss eine Katastrophe. Besonders schwierig ist die Situation für die Almbauern, denn sie können ihre Tiere im bergigen Gelände nur schlecht durch Weidezäune schützen.

Anti-Wolf-Demo in München

Anfang Oktober demonstrierten deshalb mehr als 1.200 Bauern unter dem Motto „Ausgebimmelt?“ in München. Sie fordern, dass Wölfe in der Nähe von Almen abgeschossen werden dürfen. Denn wenn sich nicht bald was ändert, „werde das Bimmeln der Glocken auf den Almweiden bald verstummen“, so der bayerische Bauernverband.    

Almbauern unter Druck

Die bayerische Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU) unterstützt die Bauern und will den Abschuss in Alm-Nähe erleichtern: „Die Ausbreitung des Wolfs darf nicht dazu führen, dass die naturnahe und tierwohlgerechte Landwirtschaft in manchen Regionen aufgegeben wird." Die Grünen dagegen wollen die Tötung der Wölfe, die unter Naturschutz stehen, auf jeden Fall verhindern und fordern stattdessen ein effektiveres Wolfsmanagement und eine bessere Förderung der Bauern.

Soll der Wolf geschossen werden, wenn er Weidetiere gefährdet? Oder müssen wir lernen wieder mit den Wildtieren zu leben? Was braucht es, damit die traditionelle Almwirtschaft in Bayern auch in Zukunft erhalten bleibt?  

Diskutieren Sie mit...

Über diese und andere Fragen diskutieren bei „jetzt red i“ Bürgerinnen und Bürger live mit Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU) und Gisela Sengl, agrarpolitische Sprecherin der Grünen-Landtagsfraktion.

"Der Wolf hat seine Berechtigung. Aber wir müssen uns ehrlich fragen, wie viele Wölfe ein dicht besiedeltes Land wie Deutschland verträgt. Denn die unkontrollierte Ausbreitung steht im Widerspruch zur Weidetierhaltung. Aber genau diese Tierhaltung wünscht sich die Gesellschaft. Sie erhält unsere Biodiversität und unsere einzigartige Kulturlandschaft. Aber nur wenn wir die Möglichkeit haben, einen übergriffigen Wolf auch mal zu entnehmen, lernen diese Raubtiere, dass sie auf Weiden nichts zu suchen haben."

Michaela Kaniber, Landwirtschaftsministerin (CSU)

"Mein großes Ziel ist es, die Schärfe aus der Diskussion zu nehmen. Es sollte hier kein entweder/oder geben, sondern es muss einen Weg für beides geben: für die Weidehaltung und für den Wolf. Auch wenn dieser Weg schwierig sein wird."

Gisela Sengl, B90/Die Grünen

...auf allen "Kanälen"

Sie können sich jederzeit online an der Diskussion beteiligen: Schreiben Sie uns Ihre Meinung als Kommentar hier auf unserer Homepage oder als E-Mail an jetztredi@br.de. Oder diskutieren Sie mit in den sozialen Medien. Immer her mit Ihren Kommentaren, Fragen, Wünschen und Beschwerden!


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Wolfswahnsinn, Donnerstag, 21.Oktober 2021, 16:24 Uhr

73. Wolfswahnsinn

So lange bis es menschliche Opfer gibt.

Möchte einer der Wolfsexperten ernsthaft bestreiten, dass es ohne Regulierung nur eine Frage der Zeit ist bis ein Wanderer einem tollwütigen Wolf zum Opfer fällt?

Senta Tangerstedt, Donnerstag, 21.Oktober 2021, 14:35 Uhr

72. Unausgewogen - soll das etwa die Breite der Bevölkerung repräsentieren?

Eine Diskussionsrunde mit 99% mehr oder weniger wütenden Wolfsgegnern zu bestücken, spiegelt eben nicht den Bevölkerungsdurchschnitt.

Schon deshalb kamen die fachliche Seite und wissenschaftliche Fakten viel zu kurz.

Wenn man Wolfsjagd als "Herdenschutz" verkauft, verhohnepiepelt man die Tierhalter, denn der Abschuss einer Quote, z. B. 20%, bedeutet, dass die übrigen acht von zehn Wölfen plus Durchwanderer immer noch ungeschützte Weidetiere reissen werden. Einmal vernünftigen Herdenschutz umgesetzt, minimiert man stattdessen das Risiko bezogen auf sämtliche Wölfe. Wolfsjagd hilft immer nur nachträglich als "Rachejagd" gegen einen Wolf, der beim Abschuss z. B. von Elterntieren sogar zu MEHR Rissen führt, was wissenschaftlich erwiesen ist. Will man die Jagd statt Herdenschutz, muss man die Wölfe schon komplett ausrotten und das dann auch bitte ehrlich kommunizieren (und sich ggf. deshalb von den Wählern abstrafen und abwählen lassen, Frau Kaniber).

Georg Summerer, Donnerstag, 21.Oktober 2021, 13:34 Uhr

71. Wölfe Schiessen

Leider wiederhole ich mich da nur. Sollte ein Weidetierhalter Probleme mit den Wölfen haben dann holt die Tiere in den Stall. Der wolf hat mit unglaublicher Zuverlässigkeit jedes Märchen der Wolfsfreunde widerlegt. Man sieht ihn, springt, gräbt, klettert auch über 2 Meter Zäune, jagt Nutztiere, bricht in Frankreich mittlerweile auch in Ställe ein, tötet Lamas, Alpakas, Herdenschutzesel und wie man vor kurzem auf youtube sehen konnte auch Hirsche und laut Osteuropäer auch Rentiere und sogar Elche und Begegnungen mit Herdenschutzhunden sind nichts anderes als grausame Hundekämpfe mit oft tödlichem Ausgang. Jäger die versuchen einen auffälligen Wolf zu erlegen werden bedroht. Also Finger weg. Sichert die Ställe und passt auf eure Kinder auf. Ein Wolfsrudel ist bereits mitten in Berlin und das ist gut. Die müssen für die Städter ein Problem und eine Gefahr werden dann wird auch gehandelt. Die Zahlungsaufforderungen für das Handeln dann konsequent den Wolfsfreunden schicken und gut ists.

Heidi Dittrich, Mittwoch, 20.Oktober 2021, 22:07 Uhr

70. Dr. Blanche

Leider war die Diskussion sehr einseitig. Es wurden fast nur Wolfsgegner gehört. Gäste, die den Wolf nicht verteufeln, kamen kaum zu Wort. Wenn doch, wurde ihnen nach wenigen Worten das Mikrofon entzogen.
Besonders ärgerlich, dass man Dr. Blanche zwar eingeladen hat, er aber nur zweimal kurz zu Wort kam, bevor man ihm gleich schon wieder das Mikrofon entzog. Wertvolles Wissen wurde so nicht weitergegeben. Immerhin ist Tierarzt Dr. Blanche Fachmann was Wölfe betrifft. Schade! Mehr Hintergrundwissen hätte der Diskussion gut getan.
Ich habe den Eindruck, dass man das gar nicht wollte. Vielmehr hat man nur den Wolfsgegnern eine Plattform geboten.
Ein neutraler Moderator wäre auch angemessen gewesen.
Schade, diese Sendung war eine Farce.

Sandra Richter, Mittwoch, 20.Oktober 2021, 22:01 Uhr

69. Wölfe - schützen oder schiessen

Als Tierfreund*in liegt mir der Schutz von Wölfen u n d Schafen am Herzen. Wie könnte das gelingen? Durch Herdeschutzmassnahmen wie Zäune und Hunde sowie eine angemessene Entschädigung der Almbauern für gerissene Schafe. Und in Einzelfällen durch eine erleichterte Entnahme von Wölfen bei Konflikten mit Almbauern und ihren Schafen.