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"jetzt red i" in Schweinfurt Angst vor Armut - Wenn das Geld im Alter nicht mehr reicht

Ein Leben lang gearbeitet, immer in die Sozialkassen eingezahlt und trotzdem reicht es im Alter kaum zum Leben. Diese Sorge treibt immer mehr Menschen um – trotz niedriger Arbeitslosigkeit und jahrelangem Wirtschaftswachstum. Besonders häufig trifft es Geringverdiener und Alleinerziehende. Laut einer aktuellen Studie fürchtet sich mehr als die Hälfte der Deutschen vor Altersarmut – Tendenz stark steigend.

Stand: 08.01.2019 15:49 Uhr

Auch im reichen Bayern treibt die Bürger diese Sorge um, so z.B. in Unterfranken: Jeder fünfte der über 65-Jährigen ist hier armutsgefährdet, auch weil die Lebenshaltungskosten – besonders die Mieten – immer weiter steigen.   

„Nach einem Leben voller Arbeit soll man eine ordentliche Altersabsicherung haben. Das muss immer die Grundlage unserer Rentenpolitik sein“, fordert Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD). Deshalb hat die Große Koalition ihr Rentenpaket beschlossen, das zum 1. Januar in Kraft trat. Das sieht Verbesserungen bei der Mütter- und Erwerbsminderungsrente vor, außerdem wird das Rentenniveau bei 48 % bis 2025 stabilisiert.

Den Sozialverbänden, Gewerkschaften und der Linkspartei geht das nicht weit genug. Sie fordern ein Rentenniveau von 50 % und einen deutlich höheren Mindestlohn. Nur so ließe sich zunehmende Altersarmut in Zukunft verhindern. Wirtschaftsverbände und die FDP fordern dagegen eine generelle Kurskorrektur. Das Rentenpaket sei ein milliardenteures Wahlkampfgeschenk für die Alten – auf Kosten der Jungen. Sie wollen stattdessen ein flexibles Renteneintrittsalter und fordern steuerliche Anreize für die Altersvorsorge durch Immobilien- und Aktienbesitz.         

"Rente darf nicht Armut bedeuten. Sie soll den Lebensstandard im Alter sichern. Dafür wollen wir sorgen, indem alle in die Rentenversicherung einzahlen, auch Selbstständige und Beamte. Die staatlichen Mittel für die Altersvorsorge werden wir in der gesetzlichen Rentenversicherung bündeln. Wir wollen die Erwerbstätigenversicherung. Ein Rentensystem für Alle kann leistungsstark und finanzierbar sein."

Uli Grötsch, Generalsekretär der BayernSPD

"Wer ein Leben lang gearbeitet hat, muss mehr bekommen als nur die Grundsicherung im Alter. Die GroKo verteilt mit dem Rentenpaket das knappe Geld aber lieber mit der Gießkanne, statt zielgerichtet Altersarmut zu bekämpfen. Das ist eine falsche Prioritätensetzung. Spätestens ab 2025, wenn die Babyboomer in Rente gehen, wird das ganze System deshalb in eine dramatische Schieflage zu Lasten der jungen Generation geraten."

Matthias Fischbach, Parlamentarischer Geschäftsführer der FDP

Darüber diskutieren Bürgerinnen und Bürger u.a. mit Uli Grötsch, Generalsekretär der BayernSPD / Bundestagsabgeordneter und dem Parlamentarischen Geschäftsführer der FDP-Fraktion Matthias Fischbach.  

Diskutieren Sie mit!

Was muss die Politik jetzt tun, um zu garantieren, dass jemand, der sein Leben lang gearbeitet hat, im Alter genug Geld zum Leben hat? Reichen die Beschlüsse des aktuellen Rentenpakets aus? Oder brauchen wir einen Systemwechsel bei der Altersvorsorge? Wie lässt sich Altersarmut in Zukunft verhindern? 

Franziska Storz und Tilmann Schöberl freuen sich auf die Diskussion! Sie können sich jederzeit auch online beteiligen: Schreiben Sie uns Ihre Meinung als Kommentar oder E-Mail an jetztredi@br.de oder diskutieren Sie mit in den sozialen Medien! Wir sind gespannt auf Ihre Sichtweise!


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Stenglein Agnes, Donnerstag, 17.Januar 2019, 10:43 Uhr

45. Altersarmut

Obwohl im Publikum mehrfach angesprochen wird kaum auf die Forderung eingegangen, dass alle, also auch Beamte, Selbstständige und auch alle kammergebunden Berufe in die gesetzliche Rente einzahlen sollen. Auch wird nicht eingegangen auf den Vorschlag, weniger Bundesländer, Anzahl der Abgeordneten im Bundestag ( keine Überhangmandate mehr, denn das kostet alles immenses Steuergeld alle Fremdleistungen der gesetzlichen Rentenversicherung voll aus Steurmitteln finanzieren dann hätten wir ein Rentenniveau wie in Österreich. Auf alle diese Fragen oder Vorschläge wurde von den Politikern nicht eingegangen. Warum wird nicht auf die konkreten Fragen geantwortet? Hier müsste der Moderator viel konsequenter bei den Politikern nachfragen. Tatsache ist auch, das wurde ebenfalls nicht angesprochen, dass den allermeisten Menschen schlicht und einfach das Geld fehlt, um privat vorzusorgen. Sie sind froh, dass Sie so gerade über die Runden kommen. Beamte verdienen nicht mehr weniger als Angestellte.

Hannes Leitner, Mittwoch, 16.Januar 2019, 21:15 Uhr

44. Fakt ist

Bei einer Rentenprognose von knapp 1000 DM pro Monat wäre man mit seinem Lebenshaltungskosten noch halbwegs hingekommen.
Mit knapp 500 EURO ist das leider kaum möglich, bei den stetig steigenden Wohn-- und Nebenkosten.
Niemand thematisiert die segensreichen Auswirkungen der EURO-Einführung und Globalisierung auf den Bürger bei den Renteneinkünften.

Ist bekannt wie viele Rentner aus Scham erstmal ihr erarbeitetes Vermögen (Geld- und Sachwerte) verbrauchen bevor sie den erniedrigenden Gang zum Sozialamt antreten oder gar gänzlich resignieren?

Kunzmann, Mittwoch, 16.Januar 2019, 21:06 Uhr

43. Jetzt red I 16.01.19

Was znverständluch isr: man hat Angst wenn wur aus dem Jahrgang der Babyboomer un Rente gehen.
Aber unser Eungezahltes ist ja entsprechend auch gesamt viel höher aufgrund von vielen die jahrelang zahlen!
Also beim Einzahlen wird es gern genommen und bei der Rente tut man so als wäre nicht genug da.
MfG
B.Kunzmann

Gerd G., Mittwoch, 16.Januar 2019, 21:01 Uhr

42. Pensionen

Obwohl mehrfach angesprochen wird das Thema alle zahlen ein (inkl. Pensionen) wird vom Moderator nicht angemessen diskutieren lassen. Selbst betroffen : Öffentlicher Dienst???? Was der FDP Politiker dazu ausgeführt hat ist Wissen vor 15 Jahren , Einstiegsgehälter Beamte sind heute vergleichbar.

K.Hammerbacher, Mittwoch, 16.Januar 2019, 20:58 Uhr

41. Rentenerhöhungen

Die Erhöhungen der Pensionen und Renten sollte ich prozentual sondern mit einem festen Betrag z.B. 50 Euro Erhöhung!
Bringt dem der schon 3500 Euro Pension bekommt 50 Euro,
bringt aber dem Kleinstrentner(in) von 800 Euro eine richtige und unverzichtbare Erhöhung.