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jetzt red i in München Dicke Luft in Bayerns Städten - Kommt das Diesel-Fahrverbot?

Freie Fahrt für freie Bürger - das ist vielen sehr wichtig. Aber die Luft in Bayerns Städten wird immer schlechter: Der Stickstoffdioxid-Grenzwert in München wurde im Jahresmittel 2017 um das Doppelte übertroffen. Hauptverursacher sind die vielen Diesel-Fahrzeuge. Und die Politik packt das Problem nicht beherzt an.

Stand: 11.02.2018

In keiner deutschen Stadt ist die Luft so dreckig wie in München. Aber auch andere bayerische Städte wie Nürnberg, Augsburg oder Würzburg leiden unter dicker Luft. Hauptverursacher sind die vielen Diesel-Fahrzeuge. Anwohner, die den Abgasen ausgesetzt sind, sorgen sich um ihre Gesundheit und fordern Konsequenzen.

Gericht fordert konkrete Maßnahmen

Der Staatsregierung und der verantwortlichen Umweltministerin Ulrike Scharf (CSU) wurde nun vom Münchner Verwaltungsgericht eine Frist gesetzt: Bis Ende Mai muss ein Konzept für Diesel-Fahrverbote für bestimmte Straßenabschnitte erarbeitet werden. Die Staatsregierung setzt bisher lediglich auf Maßnahmen wie die Förderung von Elektrobussen oder den Ausbau der Radwege. Eigentlich hätte die Staatsregierung bereits bis Ende 2017 ein Konzept für Fahrverbote vorlegen müssen – passiert ist wenig. Das Konzept sei eine „Alibi-Planung"- so die Vorsitzende Richterin in ihrem Urteil. Und weiter: "Mit allgemeinem Blabla und einer halben Larifari-Seite“ im Luftreinhalteplan sei es nicht getan. Es sei ein „Novum“ und ein „Unding“, dass eine öffentlich-rechtliche Körperschaft ein Urteil nicht befolge. Der Freistaat verkenne den Ernst der Lage.

Politik unentschlossen, Verbraucher verunsichert

Aber auch in Berlin bewegt sich bislang wenig: Die möglichen Koalitionspartner wollen Diesel-Fahrverbote in Zukunft umgehen, gleichzeitig räumt Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) ein: "Wir wissen nicht, ob wir Fahrverbote werden vermeiden können." Viele Diesel-Fahrer sind verunsichert - wissen nicht ob, sie in Zukunft mit ihren Autos noch in die Innenstädte fahren dürfen. Und die Autohersteller verspielen immer mehr das Vertrauen ihrer Kunden. Erst wurden die Emissionswerte bei Diesel-Autos manipuliert, jetzt sorgten Abgastests an Affen im Auftrag von VW, BMW und Mercedes für Empörung.

Auf dem Podium bei "jetzt red i"

"Beim Thema Diesel und Luftreinhaltung bleiben Union und SPD total schwammig. Das überlassen die alten und wohl auch die neuen Regierungspartner den Gerichten. Ohne konkrete Maßnahmen lassen sich Fahrverbote nicht verhindern. Wir brauchen in den großen Städten die blaue Plakette."

Anton Hofreiter, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Bundestag (Passauer Neue Presse, 5.2.2018)

"Die Dieseltechnologie muss erhalten bleiben aus ökologischen und wirtschaftlichen Gründen. Fahrverbote sind kein geeignetes Mittel gegen Luftbelastung. Unsere Städte brauchen ein ganzheitliches, zukunftsfähiges Konzept und nicht einseitige Verbote."

Erwin Huber (CSU), Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses im Bayerischen Landtag

Diskutieren Sie mit!

Was muss passieren, dass die Luft in den Städten besser wird? Wie kann die Autoindustrie zur Verantwortung gezogen werden? Wer entschädigt die Diesel-Besitzer, die glaubten abgasarme Fahrzeuge gekauft zu haben?

Unsere Moderatoren

Vera Cornette und Tilmann Schöberl freuen sich auf die Diskussion! Sie können sich jederzeit auch online beteiligen: Schreiben Sie uns Ihre Meinung als Kommentar oder E-Mail an jetztredi@br.de oder unter www.facebook.com/BR24! Wir sind gespannt!


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Es reicht, Montag, 19.Februar, 18:53 Uhr

40. Es reicht mit Lügen und Wertvernichtung!

Ist diesen tollen Politikern eigentlich klar was die gerade machen... Kalte Enteignung nennt sich sowas! Diese Politiker die so viel Kohle verdienen ist es scheiss egal wenn sie ein neues Auto brauchen... Wer fährt denn einen älteren Diesel? Genau die Menschen die sich keinen neuen Leisten können. Ihr bestraft damit die falschen! Wenn dann müssen die Autobauer die das ganze verbrochen haben, dafür gerade stehen! Hätten diese damals gesagt man könnte die Werte nicht einhälten, hätte niemand einen EU5 gekauft!

Ich habe mir vor 3 Jahren einen ach so sauberen gebrauchte Euro5 Diesel gekauft, weil ich viel Fahren muss und CO2 sparen wollte. Jetzt soll das Auto einen Wertverlust haben weil den Politikern einfällt das Auto ist nicht mehr sauber?

Das letzte ist die VW Werbung.. Kaufen Sie ein neues Auto und geben Sie Ihren alten mit denen wir Sie betrogen haben zurück. Wir geben Ihnen eine verlogene Umweltprämie. Das Auto mit Umweltprämie ist noch teurer als jeglicher Reimport!

Jörg Möller, Sonntag, 18.Februar, 21:36 Uhr

39. Dicke Luft in den Städten

Llieber, geschätzter Herr Schöberl,
sehr geehrte Damen und Herren,
es wird allgemein und auch in diséser Sendung viel zu sehr über große 'Lösungen' diskutiert. In dieserSendung besonders einfallslos
wieder mal der Herr Huber. Die 2. Stammstrecke als die Lösung für die Münchner Verkehrsprobleme. In 2025, vielliecht, mit allen bekannten
Problemen. Es ist doch zwingend notwendig, schnelle Verbesserungen zu schaffen.
Z.B. Ausbau der P+R-Parkplätze. Sagte nicht jemand in der Sendung, ja wenn's d schon hakt ?.
Ja, es hakt auch dort. Zwei aktuelle Zahlen aus der SZ dieser Tage::340.000 Einpendler nach München - und 14.000 P+R-Parkplätze.
Ist doch nicht zu fassen. Wer ist da zuständig ? Anscheinend wieder mal niemand. - Hoffnungslos ?
Ihnen, lieber Herr Schöberl, weiterhin alles Gute. Und den Polit-Schwätzern gegenüber manchmal eine deutlichere Sprache.
Mit freundlichen Grüßen, Jörg Möller

E. Forster, Samstag, 17.Februar, 18:14 Uhr

38. Umwelt und Diesel

Diesel,Diesel
wo bleibt der Rest der Verschmutzer, Benziner ,Flugzeuge, Und die Grossen Verschmutzer LKW und Busse. Klar ,muss die öffentliche Hand etwas tun.Hier müssen unsere Politiker sich etwas mit den Verkehrsunternehmen einfallen lassen.. Aber der CSU Huber schmipft ja nur auf andere.Nur die CSU hat das wahre Konzept.
Natürlich würden mehr Menschen öffentliche Verkehrsmittel nehmen aber es gibt kein Vernüftiges Konzept.Die Ländliche Bevölkerung ist auf das Auto angewiesen.
Und die Stadt zb- Nürnberg erhöht jedes Jahr kräftig die Preise. Solche ABOs wie zb. in Wien ist bei uns nicht machbar ganz einfach weil man nicht WILL.Die Stub in Nbg. Erlangen wird solange zerredet bis eben klar ist wir brauchen das nicht. Es ist ja schon ein Problem einen Radweg zu bauen .Umweltverbände und horrende Auflagen erschweren dies. Getreu dem Motto weiter so wie bisher. Jetzt Red I ist eine Supersendung ,jedoch 45minuten sind zu kurz und mit Politeiker wie Erwin Huber eine Zumutung

Christian, Donnerstag, 15.Februar, 16:53 Uhr

37. Hardware-Nachrüstung sollte Pflicht werden!

Wenn es eine Hardware-Nachrüstung gibt, dann sollte diese verpflichtend per Gesetz verordnet werden. So war es auch bei der Hardware-Nachrüstung "Katalysator".
Dass Diesel-Motoren bei der Verbrennung des Diesel-Kraftstoffes zu viele Schadstoffe abgeben, ist ein technisches Problem, das technisch gelöst werden muss. Bitte, liebe Ingenieure, konstruiert saubere Motoren, die uns Menschen nicht vergiften!

Buchner, Mittwoch, 14.Februar, 21:09 Uhr

36. 15 min takt bei 2. Stammstrecke

Herr Hofreiter beschwert sich, dass sich bei einer 2. Stammröhre in München der Takt von 10 auf 15 min. erhöht. Ich wohne in Ergoldsbach, (Landkreis Landshut) hier habe ich einen 2 Stunden-Takt kein Politiker setzt sich dafür ein, dass wenigstens ein 1 Stunden Takt eingeführt wird.