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"jetzt red i" aus München Wenn der Vorhang fällt - Stirbt die Kultur in der Corona-Krise?

Leere Theater, abgesagte Konzerte, geschlossene Museen, verwaiste Kinos - den ganzen November lang sind „Veranstaltungen, die der Unterhaltung dienen“, wie es offiziell heißt, verboten. Während die Geschäfte offen bleiben und die Wirtschaft weiterläuft, trifft der Lockdown die Kunst und Kulturszene mit voller Wucht.

Stand: 06.11.2020

Die Betroffenen sind geschockt und wütend. Christian Stückl, Intendant des Münchner Volkstheaters, spricht für viele Kulturschaffende, wenn er sagt: „Uns werden die Arbeit und alle Möglichkeiten weggenommen. Wir sind nicht irgendwelche Freizeitgestalter!“

Berufsverbot trotz Hygienekonzepten

Der Frust ist groß, viele fühlen sich ungerecht behandelt. Denn Konzerthäuser, Kinos und Theater haben viel Geld investiert, Hygienekonzepte erarbeitet und die Abstandsregeln eingehalten – auch wenn das bedeutete, dass man vor fast leeren Rängen spielen musste. Und trotzdem werden jetzt alle Kulturveranstaltungen verboten. Nicht nur Kreative, auch Veranstalter und Techniker fürchten in der Corona-Krise um ihre Existenz. Bayerns Kunstminister Bernd Sibler verspricht schnelle Unterstützung, aber viele der solo-selbständigen Künstler fürchten, dass sie durchs Raster fallen und das nötige Geld nicht bei ihnen ankommt.

Kultur auf der Kippe?

Doch das Finanzielle ist nur ein Aspekt. Die Kulturschaffenden leiden darunter, dass sie ihren Beruf derzeit nicht ausüben dürfen. Und viele Menschen merken erst jetzt was ihnen fehlt.  Konzert, Kino, Kabarett, Theater – für viele ist das mehr als nur Freizeitbeschäftigung. Droht ein "kultureller Kahlschlag"?

Diskutieren Sie mit!

Ist der Lockdown für die Kulturbranche gerechtfertigt? Tut die Politik genug, um die Branche zu stützen? Wie kann Kunst in Corona-Zeiten funktionieren? Was ist die langfristige Perspektive? Was bedeutet der Kultur-Lockdown für die Gesellschaft?  

Ihren Fragen, Forderungen und Wünschen stellen sich Bernd Sibler, Bayerischer Staatsminister für Kunst und Wissenschaft (CSU) und Julian Nida-Rümelin, Professor für Philosophie und ehem. Kulturstaatsminister (SPD).

"Es ist unbedingt notwendig, dass eine schnelle und pragmatische Unterstützung unserer Kulturschaffenden erfolgt, damit die Folgen der Pandemie und ihre massiven Auswirkungen für die Kultur- und Kreativwirtschaft so weit wie möglich abgemildert werden."

Bernd Sibler (CSU), Bayerischer Staatsminister für Kunst und Wissenschaft

"Die Politik muss jetzt merken, dass auch das Kulturelle systemrelevant ist."

Julian Nida-Rümelin (SPD), ehemaliger Kulturstaatsminister

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Sie können sich jederzeit online an der Diskussion beteiligen: Schreiben Sie uns Ihre Meinung als Kommentar hier auf unserer Homepage oder als E-Mail an jetztredi@br.de. Oder diskutieren Sie mit in den sozialen Medien. Immer her mit Ihren Kommentaren, Fragen, Wünschen und Beschwerden!


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Damaschke Maria, Mittwoch, 11.November 2020, 21:04 Uhr

17. Soforthilfen

Unser Ministerpräsident M. Söder hat an alle Bürgerinnen und Bürger um Solidarität appelliert. Wie wäre es denn, wenn die Politiker/innen sich solidarisch zeigen würden und ihre Gehälter der letzten 2-3 Monate in einen Soforthilfe-Fördertopf einzahlen? Das wäre sicher ein positives Zeichen in einer Zeit, in der den Bürgern soviel zugemutet wird.

Josef Rödl, Mittwoch, 11.November 2020, 20:55 Uhr

16. Wo bleibt der Solidaritätsbeitrag der Fußballmillionäre?

Es ist ein Armutszeichen für ein Kulturland, dass Kulturstätten geschlossen werden, aber Profifußball – auch wenn sie ohne Zuschauer stattfinden – erlaubt sind. Es ist erbärmlich, dass ausgerechnet die Fußballmillionäre keinen Solidarbeitrag für die wesentlich ärmeren Künstler erbringen müssen.

Dr. Beatrix Koberger, Mittwoch, 11.November 2020, 20:55 Uhr

15. Kultur

vor einiger Zeit waren wir im Residenzheater, das Hygyienekonzept dort war so ausgefeilt und umfangreich, das habe ich noch in keinem Geschäft, öffentlichen Verkehrsmitteln, oder sonstwo erlebt. und jetzt ist es geschlossen, während sich in der Münchner Shoppingmeile die Menschen Ellbogen an Ellbogen stauen.
Kultur gehört zur Bildung, wenn die Menschen das nicht erleben und lernen, dann gehört es auch später nicht mehr zu ihrem Leben.

Luschmann, Mittwoch, 11.November 2020, 20:44 Uhr

14. Der Mensch lebt nicht vom Brot allein...

Übertragen heißt dies. Kultur ist ein zentrales Lebensthema.
Ich war im Oktober imSchweinfurter Theater und es war so schöön. Kulturell ausgehungert, tat das Konzert nur gut. Die Organisation war perfekt und man musste niemandem zu nah kommen.
Was für ein bodenloser Unsinn, so etwas nicht zuzulassen.

Alois Schwarzmeier, Mittwoch, 11.November 2020, 20:39 Uhr

13. Schön gesagt

Hallo,

schön gesagt wenn es wieder zum hochfahren kommt, es wird nicht viel geben wenn es zum hochfahren wird
In dem Regierungsbezirk aus dem auch Herr Minister Sibler stimmt weiss ich allein 4 Musikkneipen in denen Livebands spielen die bis jetzt endgültig zusperren
Man kann jetzt sagen Musikkneipen nicht systemrelevant (ist Kultur) genauso wie Oper, usw und vieles andere

Mit freundlichen Grüssen
Alois Schwarzmeier