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"jetzt red i" in Waldkirchen Was kostet uns der Klima-Kompromiss?

Die Sorge um unser Klima treibt in diesen Tagen weltweit wieder tausende Menschen auf die Straße. Die Demonstranten fordern eine Zukunft ohne Klimakrise. Und von der Politik, dass sie endlich handelt. Können wir das Ruder noch herumreissen? Und falls ja, um welchen Preis?

Stand: 03.09.2019

Die Prognosen der Wissenschaftler sind alarmierend: Beim Klima sei es „fünf vor zwölf“ – wenn nicht schon „fünf nach zwölf“. Viele Bürgerinnen und Bürger erwarten mehr denn je, dass die Politik liefert. Andere sorgen sich aber auch um ihren Lebensstandard und wollen keine Verbote.

GroKo präsentiert Lösungen

Kohlekraftwerke gelten als C02-Schleudern

Die Große Koalition hat sich auf ein gemeinsames Klimaschutz-Paket geeinigt. Um die Klimaziele bis 2030 zu schaffen, wurde ein Bündel an Maßnahmen diskutiert: Z.B. höhere Kaufprämien auf Elektroautos, CO2-Bepreisung, Zuschüsse zur Gebäudesanierung oder der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs. Entscheidende Punkte bei den 18-stündigen Verhandlungen waren der CO2-Preis und der Ausbau der erneuerbaren Energien. Ziel ist: Bürger sollen zum Umdenken bewegt werden. Kann das funktionieren? Und wird auch die Industrie in die Pflicht genommen?

Massive Auswirkungen des Klimawandels

Massive Unwetterschäden rund um Aschaffenburg im August 2019

Der Druck steigt, denn der Klimawandel mit seinen Auswirkungen ist längst bei uns angekommen: Unwetterereignisse, Überschwemmungen, Hitzeperioden treten seit Jahren vor allem auch in Bayern vermehrt auf. Und auch den Bäumen geht es schlecht: Der Wald – unser Klimaschützer Nummer Eins – stirbt unübersehbar vor unserer Haustür. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner will mit einem Waldgipfel das Ruder herumreißen.

Bayern soll "grüner" werden

Pflanzaktion im April 2019

Auch die bayerische Staatsregierung erkennt den Ernst der Lage. CSU-Ministerpräsident Markus Söder will in den nächsten fünf Jahren 30 Millionen Bäume im Freistaat pflanzen lassen. Bayern soll zum Vorreiter in Sachen Klima werden. Grünen-Fraktionschef Ludwig Hartmann geht das nicht weit genug: „Die CSU muss erst noch lernen, in Gesamtzusammenhängen zu denken statt nur in Schlagzeilen und Pilotprojekten.“

Diskutieren Sie mit!

Welche Folgen hat der Klimawandel für jeden einzelnen von uns? Was kostet uns letztlich der Klima-Kompromiss? Geht das ohne Verbote? Und kann sich auch wirklich jeder Bürger Klimaschutz leisten? Klimaschutz und Konjunktur, geht das zusammen?

Darüber diskutieren bei „jetzt red i“ Bürgerinnen und Bürger u.a. mit der bayerischen Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU) und Florian von Brunn, Sprecher der SPD-Landtagsfraktion für Umwelt- und Verbraucherschutz.

"Die Wälder in Bayern sind wirklich in einer sehr schwierigen Lage. Vor allem der Borkenkäfer und die Trockenheit machen ihnen schwer zu schaffen. Allein vergangenes Jahr hatten wir rund 4,5 Millionen Kubikmeter Käferholz. Und die anhaltende Trockenheit schwächt unsere Wälder massiv – selbst robuste Baumarten wie Eiche, Buche und Kiefer. Für mich als Forstministerin ist das alarmierend. Die Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer brauchen in dieser Lage dringend wirksame Unterstützung. Dafür setze ich mich mit aller Kraft ein."

Michaela Kaniber (CSU), Landwirtschaftsministerin Bayern

"Starker Klimaschutz bietet eine Riesen-Chancen für Zukunfts-Arbeitsplätze und bessere Infrastruktur. Das Klimapaket ist nicht mutig genug: Der CO2-Preis ist zu niedrig, genau wie die Mittel für öffentlichen Verkehr. Und der Windkraftausbau wird in Bayern weiter abgewürgt!"

Florian von Brunn, Sprecher der SPD-Landtagsfraktion für Umwelt- und Verbraucherschutz

"Wir wollen, dass Klimaschutz nicht nur ökologisch wirksam, sondern auch sozial gerecht ist. Wir müssen darauf achten, dass wir Klimaschutz nicht gegen, sondern mit den Bürgern machen. Unser Kernanliegen ist: sozial Schwächere und den ländlichen Raum fördern. Deshalb wird die Pendlerpauschale erhöht und ein Zuschuss für neue Heizung gezahlt. Wir setzen auf Anreize statt Verbote. Unser Motto lautet: Klima schützen, Konjunktur stützen!"

Markus Blume, CSU-Generalsekretär

Über alle "Kanäle" erreichbar!

Franziska Eder und Tilmann Schöberl freuen sich auf die Diskussion!

Sie können sich jederzeit auch online an der Diskussion beteiligen: Schreiben Sie uns Ihre Meinung als Kommentar hier auf unserer Homepage oder als E-Mail an jetztredi@br.de. Oder diskutieren Sie mit in den sozialen Medien. Immer her mit Ihren Kommentaren, Meinungen, Lösungsansätzen! Und im Netz gibt es Sendezeitverlängerung: Da geht es nach 21 Uhr noch 15 Minuten weiter.


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Karl Christmann, Donnerstag, 26.September 2019, 11:53 Uhr

37. Sendung Jetzt red i von gestern

Gestern Abend habe ich die Sendung "Jetzt red i" gesehen. Von jetzt red i war nicht viel zu sehen. Es redeten vor allem die Polit-Darsteller und der Fernseh-Sprecher. Die wenigen , die zu Wort kamen, scheinen wohl handverlesen zu sein. Der Informationswert war gleich null. Kritische Stimmen zu dem was derzeit in Sachen "Klimaschutz" verzapft wird, waren nicht zu hören. Meine Benotung: Ungenügend, setzten 6, Thema vollkommen verfehlt.

Engel, Donnerstag, 26.September 2019, 10:13 Uhr

36. Der bayerische Wald

Es fehlte in der Diskussion „der Steigerwald“ und die feste bayerische Zusage mind. 5 % des bayerischen Staatswaldes in Naturwald, nicht Wirtschaftswald, zu wandeln. Nur 2 Bundesländer haben diese Zusage eingehalten und Bayern liefert das schlechteste Ergebnis.

Julia Heiden, Mittwoch, 25.September 2019, 21:23 Uhr

35. Hallo ihr lieben

Hallo ihr lieben,
Ich finde dass da in der Sendung ganz viele wichtige dinge angesprochen u. diskutiert wurden. Was aber auch wichtig währe, mal drüber zu reden Wie kann man Müll viemeiden. Verpackungsfrei einkaufen. Ich personlich Versuche Pastik zu vermeiden wo es nur möglich ist z.b. Kauft ich mein Obst/Gemüse in gehäckelte Wollbäutel ein. Papietüten sind es nicht wirklich. Stoftaschen kann man waschen.... Glas kann man auch oft her nehmen. Ich würde mich freuen wenn ich mein Waschmitel auch in Flaschen Abfühlen Könnte. In grösere Städte gibt es schon verpackungsfrei Läden u. so erwas sollte an jeden Ort grfördert werden. Meine Oma hat auch immer Glaser zum einkaufen mitgenomen um Mehl, Nuddeln u. Zucker usw. abzufühlen. Als Sie Jung War. Und Sie hat auch gut gelebt. Schönen Abend LG.

Clemens Ratte-Polle, Mittwoch, 25.September 2019, 21:02 Uhr

34. Forst ist nicht Wald und klimaschädlich - so wie dessen Subventionen!

Die größten Privatwaldbesitzer allesamt Adelsfamilien.
Top 1 in DE : Thurn und Taxis, Bayern.
http://www.wald-prinz.de/waldbesitzer-wem-gehort-der-wald/665#größten

Landwirtschaftliche Subventionen für Thurn und Taxis?
2010: "...Unternehmer Albert von Thurn und Taxis ... 500 reichsten Menschen der Welt ... für die Betriebe des Fürstenhauses mehr als eine Million Euro Fördergeld."
https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/agrarsubventionen-prinzip-nimmersatt-grosskonzerne-sahnen-ab-1.936688

Wie immer werden die kleinen Waldbauern vorgeschoben, ausgenutzt, in Landwirtschaftsverbänden, wo die Reichen das sagen haben, so dass eben die reichen Landwirte und Forstbesitzenden immer wieder die meisten Subventionen bekommen.
Muss das sein?

Es werden eh wieder die schnellwüchsigen Fichten angebaut in Monokulturen.
Wald ist NICHT Forst!
Forst ist gleich Artensterben, Bodenverdichtung, Klimawandel.
Nadelwald-Forst ist schädlich für das Klima.
www.facebook.com/PeterWohlleben.Autor

Werner Mrosek, Mittwoch, 25.September 2019, 21:00 Uhr

33. CO 2 Besteuerung

Kann jemand in der Runde eine Aussage machen wie sich eine 180€ Besteuerung/ Tonne CO 2 auf Berzin und Heizöl auswirken?