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"jetzt red i" in Neustadt a.d. Waldnaab Streit um die Stromtrassen - Wie schafft Bayern die Energiewende?

„Nein zum SüdOstLink!“ Das ist die Haltung vieler Oberpfälzer zur geplanten Stromtrasse durch ihre Heimat. Doch wo soll der Strom nach dem Ende der Kohle- und Atomkraftwerke herkommen? Ist die dezentrale Energieversorgung eine ernsthafte Alternative?

Stand: 03.09.2019

Mit einer gigantischen Trasse von Hof bis Landshut soll Bayern ab 2025 Strom aus dem Norden beziehen. Damit wäre die Versorgung auch nach der Abschaltung der bayerischen Kernkraftwerke garantiert, so die Befürworter. Jedoch zu welchem Preis?

Sorgen um die Heimat

Die Menschen in den betroffenen Regionen wie der nördlichen Oberpfalz haben Angst um ihre Heimat. Denn auch die Option die Kabel unterirdisch, statt wie ursprünglich geplant über hohe Masten, verlaufen zu lassen, wäre ein gewaltiger Eingriff in die Natur und die Landschaft. Bauern befürchten Ernteausfälle, Anwohner sorgen sich um ihre Gesundheit, wenn der Boden durch den durchfließenden Strom erwärmt wird.

"Wir brauchen mehr Energieerzeugung in Bayern, das heißt möglichst wenig Abhängigkeit und möglichst wenig neue Trassen."

Hubert Aiwanger (Freie Wähler), bayerischer Staatsminister für Wirtschaft, Energie und Landesentwicklung

Dezentrale Energieversorgung als Alternative?

Außerdem werden die teuren Trassen den eh schon hohen Strompreis weiter ansteigen lassen, so die Befürchtung. Viele Gegner bezweifeln, dass es dieses Milliardenprojekt überhaupt braucht und fordern eine dezentrale Energieversorgung. Aber: 2022 wird das letzte AKW abgeschaltet, der Kohleausstieg 2038 ist beschlossen. Woher soll der Strom also kommen? Derzeit liegt der Anteil erneuerbarer Energien an der bayerischen Stromerzeugung gerade mal bei 44 %. Also doch die Stromtrasse? Wie soll Bayern die Energiewende auf den Weg bringen?

"Atomkraft, Kohle, Windräder, Pumpspeicher, Trassen – man kann nicht gegen alles zugleich sein. Strom kommt nicht einfach aus der Steckdose!"

Martin Hagen (FDP), Fraktionsvorsitzender der FDP im bayerischen Landtag

"Für die Energiewende können wir schon heute unser Netz durch intelligente Technik besser nutzen. Ganz ohne neue Leitungen geht es aber nicht, diese wollen wir soweit wie möglich mit den Bürgern planen."

Martin Groll, Leiter Kommunikation beim Netzbetreiber TenneT Deutschland

Diskutieren Sie mit!

Darüber diskutieren bei „jetzt red i“ Bürgerinnen und Bürger mit dem bayerischen Wirtschafts- und Energieminister Hubert Aiwanger (FW) und Martin Hagen (FDP), Fraktionsvorsitzender der FDP im Bayerischen Landtag.

Franziska Eder und Tilmann Schöberl freuen sich auf die Diskussion! Sie können sich jederzeit auch online beteiligen: Schreiben Sie uns Ihre Meinung als Kommentar hier auf unserer Homepage oder als E-Mail an jetztredi@br.de. Oder diskutieren Sie mit in den sozialen Medien. Immer her mit Ihren Kommentaren, Meinungen, Lösungsansätzen! Und im Netz gibt es Sendezeitverlängerung: Da geht es nach 21 Uhr noch 15 Minuten weiter.


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Helmut Kaufmann, Mittwoch, 11.September 2019, 21:45 Uhr

47. Wind und Sonne sind keine Alternativen

Eines hatte diese Sendung gemeinsam mit Hunderten Diskussionen über dieses Thema. Es ist nie ein Elektro Ingenieur als Fachmann dabei. Die wichtigste Frage wird nie gestellt. "Wo kommt der Strom her, wenn die Sonne nicht scheint und der Wind nicht weht".(Am 09.09. betrug der Windanteil 2,3% des täglichen Strombedarfs. An der Nord- und Ostsee 0-2% der installierten Leistung). (ARD Videotext S 187) Konnte mir noch niemand beantworten. Weil selten einer weiß was Strom ist. Der muss dann vorhanden sein wenn er gebraucht wird. Speichern ist physikalisch nicht möglich. Es kann kein einziges Watt produziert werden wenn nicht gleichzeitig ein Verbraucher eingeschaltet ist. Dieser Unfug wird nur betrieben weil alles steuerlich subventioniert wird und sich einige Milliardäre damit eine goldene Nase verdienen.
Über eines kann man sich in Bayern sicher sein. Die Abschaltungen der AKW werden mit Sicherheit auf den St. Nimmerleinstag verschoben. Die Verantwortlichen bekommen längst kalte Füße. .~

Pia Martin , Mittwoch, 11.September 2019, 21:40 Uhr

46. Stromtrassen

Die Diskussion über Stromtrassen darf nicht die 10 H Regelung in Frage stellen !! Die Stromtrassengegner erwarten, dass auf ihre Gesundheit Rücksicht genommen wird und führen Landschaftsschutz mit ins Feld. Genau das Gleiche erwarten wir beim Ausbau der Windenergie. Rücksicht auf die Gesundheit der Menschen. Und ich finde es unmöglich, dass die einen diese Werte für sich beanspruchen und es im gleichen Moment es anderen Mitbürgern verwehren will.

Ernst Stübler, Mittwoch, 11.September 2019, 21:35 Uhr

45. 43. Stromtrassen

1. Herr Hubert Aiwanger, Staatsminister für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie beantwortete aller Fragen immer unpräzise, z. B.: Zur Frage der Kabelverlegung neben Autobahnen oder Eisenbahn Trassen sagte er, das ist zu teuer. Warum sagt er nicht, wieviel die Mehrkosten sind? Dürfte immer noch billiger und weniger Zeit kosten, als langwierige Enteignungsprozesse usw. zu führen.
2. Meine Meinung zu den bäuerlichen Zuschauern, die sich zu Wort gemeldet haben: Auffallend war auch hier das weit verbreitete Bauern-Gen, das 95% aller Bauern besitzen: Das "Jammer-Gen"! (Anmerk.: Meine Wurzeln kommen auch aus der Landwirtschaft, allerdings verliere ich keine Zeit mit Jammern, sondern überlege mir Lösung , die ich dann halt umsetzen muss!)

Franziskus, Mittwoch, 11.September 2019, 21:14 Uhr

44.

Durch die schlechte Energiepolitik fallen in den nächsten Jahren viele Biogasanlagen aus dem Netz. Warum setzt der Staat nicht das Geld ein für eine sinnvolle Anschlussregelung in diesem Bereich sondern vergeudet es in so sinnlose Projekte wie die die Stromtrassen??? Und warum nutzt man nicht die vorhandenen Erdgasleitungen (Power to Gas)???

Steffen , Mittwoch, 11.September 2019, 21:11 Uhr

43. Stromtrassen

warum wird der Strom am Ort der Entstehung nicht in das Oberleitungsnetz der Deutschen Bahn eingespeist und so dann in der gesamten BRD verteilt?
Wir könnten uns die Diskussion über Erdkabel oder Strommasten sparen und der Deutschen Bahn über eine Nutzungsgebühr einen nicht unerheblichen Zuschuss für ihr marodes Schienennetz ermöglichen.