BR Fernsehen - jetzt red i


12

"jetzt red i" in Dachau Zu wenig Kita-Plätze, gestresste Eltern: Streit um die Familienförderung

Die Politik verspricht Familien stärker zu fördern. Als Sofortmaßnahme gibt es mehr Geld für Eltern mit kleinen Kindern und einen Zuschuss für den Kindergartenplatz. Hilft diese Förderung nach dem "Gießkannen-Prinzip"? Geld statt genügend Kita-Plätze? Welche Unterstützung brauchen Familien wirklich?

Stand: 14.11.2018 15:49 Uhr

Den gewünschten Krippen- oder Kindergartenplatz zu bekommen, ist in manchen Regionen Bayerns wie ein Lottogewinn. Vor allem in den Städten müssen Eltern oft lange warten, vielerorts fehlen hunderte Betreuungsplätze – trotz Rechtsanspruch für Kinder ab einem Jahr.

Die Lage spitzt sich zu

Die Gründe: steigende Geburtenraten, immer häufiger sind beide Elternteile berufstätig und der anhaltende Zuzug nach Bayern. Viele Gemeinden - insbesondere im Umfeld von Großstädten - wachsen rasant. Es gibt zu wenig Räumlichkeiten für Krippen, Kindergärten und die Schülerbetreuung sowie zu wenig Personal. Für Erzieher/innen sind die Ballungsräume zu teuer.

Mehr Geld als Sofortmaßnahme

Die neue bayerische Regierungskoalition versucht, die Familien mit Geld zu besänftigen: Hubert Aiwanger, Chef der Freien Wähler, hat durchgesetzt, dass Eltern für die Betreuung im Kindergarten monatlich 100 Euro Zuschuss erhalten. Und die CSU will mit dem Familiengeld punkten: Eltern von ein- und zweijährigen Kindern werden mit 250 Euro pro Monat und Kind unterstützt. „Wir wollen, dass das neue Familiengeld allen Familien in Bayern zugutekommt“, so Bayerns Sozialministerin Kerstin Schreyer. Aber ausgerechnet arme Eltern haben davon nichts. Viele Jobcenter ziehen Bedürftigen das Familiengeld vom Hartz IV-Regelsatz wieder ab. SPD-Chefin Natascha Kohnen: „Wer Sachen verspricht, die nicht zu halten sind, der ist an dieser Stelle absolut unseriös.“

Kerstin Schreyer, Bayerische Staatsministerin für Familie, Arbeit und Soziales | Bild: Matthias Balk / dpa

"Der Freistaat Bayern hat den wachsenden Bedarf an Betreuungsplätzen früh erkannt und die Förderung – sowohl für den Bau als auch für den Betrieb – von Kitas extrem ausgebaut. (...) Wir unterstützen damit die Kommunen, die für die Kinderbetreuung zuständig sind. Wir erwarten aber auch, dass die Kommunen langfristig planen und ihren Bedarf rechtzeitig ermitteln."

Kerstin Schreyer, Bayerische Staatsministerin für Familie, Arbeit und Soziales

"Die Familienförderung der neuen Regierungskoalition ist überhaupt nicht zielgerichtet und nachhaltig. (...) In Bayern fehlen aktuell 53.000 Kita-Plätze. (...) Die SPD will mehr Kinderbetreuung schaffen, auch früher am Morgen, später am Tag und in den Ferien – immer dann, wenn sie gebraucht wird. Und wir wollen die Qualität der Betreuung stärken."

Natascha Kohnen, Vorsitzende der BayernSPD

Diskutieren Sie mit!

Welche Unterstützung brauchen bayerische Familien wirklich? Wann gibt es endlich genügend Kita-Plätze? Wie sieht eine gute Kinder- und Familienpolitik aus? Darüber diskutieren Bürgerinnen und Bürger mit der bayerischen Staatsministerin für Familie, Arbeit und Soziales, Kerstin Schreyer und der Landesvorsitzenden der BayernSPD, Natascha Kohnen.

Franziska Storz und Tilmann Schöberl freuen sich auf die Diskussion! Sie können sich jederzeit auch online beteiligen: Schreiben Sie uns Ihre Meinung als Kommentar oder E-Mail an jetztredi@br.de oder diskutieren Sie mit in den sozialen Medien! Wir sind gespannt auf Ihre Sichtweise!


12

Keine Kommentare mehr möglich. Hinweise zum Kommentieren finden Sie in den Kommentar-Spielregeln.)

Nina, Mittwoch, 21.November 2018, 22:09 Uhr

33. Arme Kinder

Warum haben dann noch Eltern Kinder! Am besten sollen die Kinder von 1 bis 18 Jahren von 6:00Uhr bis 19:00Uhr betreut werden! Warum braucht man dann noch Kinder? Die Kinder tun mir einfach nur Leid! Abschieben bis zum bitteren Ende!
Und Oma und Opa sehen doch viele Kinder nur ein oder zwei Mal im Jahr! Für mehr Geld ziehen doch die Eltern von der Familie weg, und haben dann dafür keine Betreuung mehr! Geld, Geld!

Seehawer Linda, Mittwoch, 21.November 2018, 21:50 Uhr

32. Jetzt red i - Kindergartenplätze

BESCHÄMEND DAS WIR DENJENIGEN DIE AUF UNSERE KINDER AUFPASSEN, WENIGER BEZAHLEN, ALS DENJENIGEN DIE AUF UNSER GELD AUFPASSEN!
dieser Satz gehört als erster Satz ....noch zu meinem ersten Beitrag (weil keine Zeichen mehr) deshalb noch 2ter Kommentar! Herzliche Grüße Linda Seehawer seid 40 Jahren in Bayern im "Dienst" am Menschen- da gäbe es noch viel zu sagen ( laden sie mich doch mal zu einer Diskussion ein - als betroffene Erzieherin, Mutter und Berufstätige!!!

Linda Seehawer, Mittwoch, 21.November 2018, 21:43 Uhr

31. Jetzt red i, Dachau Kindergartenplätze

Linda Seehawer - Reisse jetzt das Thema nur an... gäbe unendlich viel dazu zu sagen - aber will einfach mal einen anderen Aspekt klar stellen JA!!!! KINDER KOSTEN WEIL SIE ES WERT SIND!!!!!!!!! - Bin total gegen kostenfreie Kitas, denn um es auf bayrisch zu sagen "Wos nix kost, is a nix wert" Welche WERTE ?? haben wir - das ist hier die Frage ??? ... und ich werde nicht müde diese Frage immer wieder zu stellen !!! Bin total gegen kostenfreie Kitas, denn um es auf bayrisch zu sagen "Wos nix kost, is a nix wert" Heute: "Jetzt red i"... in Dachau - Thema Kitaplätze - ein Thema das mich jetzt schon gute 40 Jahre begleitet - seit 40 Jahren als Erzieherin unterwegs - bin dafür das es allmählich ins Bewusstsein dringt - ein Kind ist wirklich wertvoll - dafür investiere ich LIEBE, ZEIT, GELD, KRAFT, NERVEN usw. Bin dafür das es im Öffentlichen Bewusstsein ganz klar ist was zum Beispiel ein Krippenplatz, Kindergartenplatz, Schulplatz, Hortplatz 9genau pro Monat dem Staat kostet!

Lindorfer Robert, Mittwoch, 21.November 2018, 21:11 Uhr

30. Bezahlung von KiTa Kräften und anderen gleichwertigen Beschäftigten im Ballungsr

Sehr geehrte Damen und Herren,
immer und immer wieder höre ich beim Thema Bezahlung (KiTa- /Pflege- und andere Kräfte), dass in München das Wohnen so teuer sei und deshalb der g e s a m t e betroffene Personenkreis besser bezahlt werden müsse. Das ist nicht richtig. Im ländlichen Raum sind die Entgelte durchaus ausreichend. Daher mein Vorschlag: ein akzeptables Grundgehalt für die Betreuung und dazu eine "Ballungsraumzulage", am besten gekoppelt am jeweiligen Mietspiegel der Stadt. Natürlich sollte diese Ballungsraumzulage auch auf die zu erwartende Rente / Pension anrechenbar sein. Das Bezahlproblem gibt es im Übrigen auch bei Beamt/innen (einfacher / mittlerer Dienst) und Tarifbeschäftigten dieser Einkommensklassen.
Mit freundlichen Grüßen
Robert

Christl, Mittwoch, 21.November 2018, 21:08 Uhr

29.

Manchmal frag bitte checken mich wirklich ob es noch geht?!
Früher war eine Erzieherin für 30 Kinder und mehr zuständig, sie hat gleichzeitig die Kinder gehütet und die Räumlichkeiten in Schuß gehalten.
Heute schaffen vier Erzieherinnen und Pflegerinnen gerade mal 20-25 Kinder.
Und ich glaube nicht daß die heute fünfzigjährigen schlechtere Erziehung genossen haben als die Kinder heute im Gegenteil, die durften noch Kinder sein und Unterlagen nicht dem Leistungsdruck den die Kinder heute haben.
Das beste wäre sie kommen gleich mit Studium auf die Welt!??
Es liegt alleine am dem Model STUNDEN BUCHEN.
SOMIT SIND DIE KITAS NATÜRLICH VOLL WÄRE ES WIE VOR 15 JAHREN KÖNNTEN DIE KITAS SELBST ENTSCHEIDEN.
Außerdem ist eine Erzieherin mit mehr Verwaltung als Erziehung der Kinder beschäftigt.