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"jetzt red i" aus München Höhere Steuern, härtere Strafen - Sind Autofahrer die Buhmänner der Nation?

Autofahrern wird das Leben schwer gemacht. Zum einen werden mit der neuen Kfz-Steuer die so beliebten SUV erheblich teurer. Dann kommt die erste Stufe der CO2-Steuer, der Literpreis für Diesel steigt um 8 Cent. Ist das ein erfolgversprechender Weg hin zu einer umweltfreundlichen Verkehrswende? Oder geht's ohne PKW nicht?

Stand: 17.06.2020

Für Unmut bei vielen Autofahrern sorgt aktuell der neue Bußgeldkatalog: Wer innerhalb einer Ortschaft 21 Kilometer zu schnell fährt, bekommt vier Wochen Fahrverbot. Und dann wandeln einige Kommunen Fahrstreifen und Parkbuchten zu Radwegen um. Also wird es noch mehr Staus als jetzt geben.

Angemessene Strafe oder pure Schikane?

Bei Geschwindigkeitsüberschreitungen wird hart durchgegriffen.

Automobil-Clubs sprechen von „völlig überzogenen Maßnahmen“. Die „Führerschein-Falle“ müsse wieder abgeschafft werden.  Dabei ist es selbst Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) nicht ganz wohl bei der Sache. Der Bußgeldkatalog war während den Verhandlungen im Bundesrat vehement verschärft worden. Er will die saftigen Strafen wieder abmildern, um das „Gerechtigkeitsempfinden“ der Autofahrer nicht zu verletzen.

"Mir ist sehr wichtig, dass wir die verschiedenen Verkehrsteilnehmer nicht gegeneinander ausspielen. Wir brauchen ausgewogene Verkehrskonzepte, bei denen die Menschen Wahlfreiheit haben. Mir ist wichtig, dass die Menschen sowohl auf dem Land als auch in der Stadt gut angebunden sind. Dazu gehört ein starker ÖPNV, ein gut ausgebautes Radwegenetz, aber natürlich auch das Auto. Mit alternativen Antrieben, der Forschung am autonomen Fahren aber auch mit spannenden Möglichkeiten wie Seilbahnen und Flugtaxis haben wir bei der Mobilität der Zukunft noch viel Potenzial."

Kerstin Schreyer, Verkehrsministerin Bayern

Werden Autofahrer zunehmend gegängelt?

"Pop-up-Radwege" - mehr Platz für Radler auf Kosten der PKW

Doch das dürfte viele aufgebrachte Autofahrer kaum beruhigen. Sie fühlen sich schon länger als Buhmänner der Nation. Bei der Diskussion um den Klimawandel sehen sie sich an den Pranger gestellt. Drohende Fahrverbote für Dieselfahrer vermiesen die Laune. Im Konjunkturpaket der Bundesregierung werden Vielfahrer nicht berücksichtigt: wer beruflich weite Strecken zurücklegen muss und deshalb auf einen Verbrenner angewiesen ist, der bekommt keine Kaufpreisförderung. Viele auf dem Land fühlen sich von der neuen E-Mobilität abgehängt. Ladestationen – Mangelware. Und in den größeren Städten beginnt der Verteilungskampf: München richtet aktuell fünf Pop-Up-Radwege auf Fahrspuren ein. Es wird eng für die Autofahrer.

"In der Corona-Zeit ist manches plötzlich möglich geworden, was vorher angeblich undenkbar war: Geschäftsflüge werden durch Videokonferenzen ersetzt, Städte wie München oder Wien haben mehr Platz geschaffen für Fußgänger und Fahrradfahrer. Trotzdem bleiben die Herausforderungen groß: Die CSU-Verkehrspolitik hat dazu geführt, dass heute immer noch genau so viel CO2 ausgestoßen wird wie vor 30 Jahren. Und wenn zu viele Menschen gleichzeitig Auto fahren, gibt es Stau. Der Platz in unseren Städten und Gemeinden lässt sich eben nur einmal verteilen: Für Autos und Parkplätze - oder für umweltfreundliche Mobilität und mehr Corona-Freischankflächen für unsere Gastwirte?"

Dieter Janecek (MdB), Verkehrsexperte von Bündnis90/DieGrünen

Diskutieren Sie mit...

Was wird den Autofahrern noch alles zugemutet? Wie sinnvoll ist der radikale Umstieg auf E-Mobilität? Wie bekommen wir eine für alle zumutbare Verkehrswende hin? Oder ist gerade jetzt die Zeit für einen Neuanfang, damit wir in Zukunft Mobilität klimafreundlich gestalten?

Über diese und andere Fragen diskutieren bei „jetzt red i“ Bürgerinnen und Bürger live mit der Bayerischen Verkehrsministerin Kerstin Schreyer (CSU) und dem Verkehrsexperten von Bündnis90 / DieGrünen im Bundestag Dieter Janecek.

...auf allen "Kanälen"

Leider findet diese jetzt red i - Sendung aus gegebenem Anlass wieder ohne Publikum statt. Aber Sie können sich jederzeit online an der Diskussion beteiligen: Schreiben Sie uns Ihre Meinung als Kommentar hier auf unserer Homepage oder als E-Mail an jetztredi@br.de. Oder diskutieren Sie mit in den sozialen Medien. Immer her mit Ihren Kommentaren, Fragen, Wünschen und Beschwerden!


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Sinz, Donnerstag, 25.Juni 2020, 10:07 Uhr

61. Genervt

Das jammern sie wieder die Autofahrer und fühlen sich gegängelt. Intressieren tut es sie natürlich keineswegs, das sie meherere 100%mehr an Platz einnehmen als alle anderen Verkehrsteilnehmer?? Das für das persönliche Stück individualität, ich nenne es bei den allermeisten allerdings Faulheit, immer mehr Straßen und Parkplätze gebaut werden?Eine Technik die nicht mehr Zukunftsfähig ist, krampfhaft am Leben erhallten wird?Egal, hauptsache ich kann fahren.
Jammern über höhere Bußgelder? Selbstverständlich gehörten die schon längst erhöht. Deutschland ist eines der billigsten Länder was Strafen im Verkehr angeht. Viel-Fahrer jammern das sie nicht von irgendwelchen Prämien profitieren? Was ist den mit all den Fahradfahren? Die bekommen ja auch kein Fahrrad bezuschusst, müssen aber über ihre Steuern die Prämie für die Autofahre mitfinanzieren!
Fazit: Übliches deutsches Autofahrer gejammer. Die Frage und Überschrift müsste lauten: Fahradfahrer, die Deppen der Nation? Oder: Autolobbyland!

Klaus Klessinger, Mittwoch, 24.Juni 2020, 21:09 Uhr

60. Tempolimit auf Autobahnen

Die Corona shuts down Maßnahmen waren zum (Großteil ) massivste Eingriffe in die persönliche Freiheit. Unser Ministerpräsident aber auch einzelne Minister seiner Partei CSU, haben immer wieder geäußert, das jedes verschonte bzw gerettete Menschenleben die getroffenen, massiven Maßnahmen rechtfertigen würde.
Im Vergleich dazu, finde ich eine generelle Geschwindigkeitsbegrenzung von 130 km pro Stunde, wie es in vielen Nachbarländer und Ländern Europas üblich ist, teilweise sogar niedriger (120 km/h ) , einen vergleichbaren niedrigen Eingriff in die persönliche Freiheit. Während des Corona shutdowns gab es in Deutschland in einem vergleichbaren Zeitraum noch nie so wenig Verkehrstote. Ich denke, jedes gerettete Menschenleben würde eine generelle Geschwindigkeitsbegrenzung auf 130 km pro Stunde selbstverständlich rechtfertigen. Wie ist hier die Meinung der Politiker, insbesondere CSU-Politiker, die meines Wissens die einzigen sind die sich vehement gegen so eine Begrenzung wehren.

Diehl Peter , Mittwoch, 24.Juni 2020, 21:04 Uhr

59. E-Mobilität

Frage wo und wie will der Grüne mit seinem guten Gefühl die Batterien entsorgen.

Eil, Mittwoch, 24.Juni 2020, 20:59 Uhr

58. emobil

wie lange brauche ich mit einem emobil von München nach sylt

Joannis Thanopoulos, Mittwoch, 24.Juni 2020, 20:58 Uhr

57. Aktuelle Sendung am 24.06.2020

Sehr geehrte Damen und Herren,

wie stellen sich die Grünen das wahre Leben vor?
Das Auto soll also raus aus der Innenstadt. Ich wohne seit über 40 Jahren im innenstadtring in Nürnberg. Mit welchem Recht meinen die Grünen mir das Recht an meinem Auto nehmen zu dürfen? Wollen mir die Politiker ein Einfamilienhaus mit Grundstück am Stadtrand schenken?

Mit freundlichen Grüßen
Thanopoulos