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"jetzt red i" aus München Corona in Bayern - Wie bewältigen wir die Krise?

Das Coronavirus breitet sich immer weiter aus. Veranstaltungen werden abgesagt, Kindergärten und Schulen bleiben geschlossen. Ist es richtig das öffentliche Leben so stark einzuschränken?

Von: Ruslan Amirov

Stand: 13.03.2020

Das Coronavirus breitet sich immer weiter aus – mit massiven Auswirkungen auf das öffentliche Leben: Ganz Italien und Teile Österreichs sind abgeriegelt, in Deutschland werden immer mehr Veranstaltungen abgesagt, die Bundesliga macht eine Zwangspause. Ab Montag bleiben Kindergärten und Schulen geschlossen, Firmen schicken ihre Mitarbeiter ins Homeoffice. Es kommt zu Hamsterkäufen bei Lebensmitteln, Desinfektionsmittel sind kaum mehr zu bekommen und selbst Schutzkleidung für Ärzte und Pflegepersonal wird knapp.

Situation sehr ernst

Laut Robert-Koch-Institut ist die Situation global gesehen sehr ernst zu nehmen. Experten rechnen auch in der Bundesrepublik mit weiteren Ausbrüchen und Infektionsketten. Auch in Bayern steigen die Infektionszahlen.

"Ein an Corona erkranktes Kind, das acht Wochen nicht erkannt wird, steckt rund 3000 Menschen an. Davon müssen 200 bis 300 auf die Intensivstation, etwa 15 sterben."

Alexander Kekulé, Virologe

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) mahnt „Umsicht und Vorsicht“ an. Das Wichtigste sei im Moment, Zeit zu gewinnen – auch damit Patienten in der aktuell abebbenden Influenzasaison nicht mit Corona-Patienten um Betten konkurrieren müssen.

"Wir arbeiten weiter mit Hochdruck daran, die Verbreitung des Virus einzudämmen. Alle Veranstaltungen, die nicht zwingend nötig sind, sollten abgesagt oder verschoben werden."

Melanie Huml (CSU), Gesundheitsministerin Bayern

Schwere Folgen für die Wirtschaft

Die Epidemie hat auch massive Folgen für die Wirtschaft: Global brechen die Aktienkurse ein - sollte sich die Situation nicht bessern, geht die OECD davon aus, dass sich das weltweite Wirtschaftswachstum halbiert. Bei einer Umfrage der bayerischen Industrie- und Handelskammer erklärten rund die Hälfte der Mitgliedsbetriebe, dass sie Auswirkungen auf ihre Geschäfte feststellen. Besonders problematisch seien die Absagen von Messen, wie jüngst der Handwerksmesse in München, Reiseeinschränkungen, sinkende Nachfrage und ausfallende Zulieferungen.

"Ich glaube, wichtig ist zunächst mal, dass man von der Politik aktiv an diese Krise herangeht. Das Kurzarbeitergeld ist ein wichtiger Ansatz, aber das reicht nicht aus."

Prof. Dr. Peter Bofinger, Ökonom

Wie gefährlich ist die Lage wirklich? Ist es richtig das öffentliche Leben einzuschränken, Schulen zu schließen, Besuchsverbote für Alten- und Pflegeheime zu erlassen oder sind die Maßnahmen übertrieben? Ist unser Gesundheitssystem überhaupt gut genug vorbereitet? Müssen wir uns in einer globalisierten Welt künftig anders aufstellen, um im Krisenfall besser reagieren zu können?

Darüber diskutieren bei „jetzt red i“ Bürgerinnen und Bürger mit Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU), Ruth Waldmann (SPD), Prof. Dr. Alexander Kekulé (Virologe) und Prof. Dr. Peter Bofinger (Ökonom).

Leider findet diese jetzt red i - Sendung aus gegebenem Anlass ohne Publikum statt.

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Chris Flower, Donnerstag, 19.März 2020, 08:53 Uhr

79. Ambulante Reha

Bitte beachten Sie, dass derzeit noch KEINE Regelung getroffen wurde, ambulante Reha-Kliniken zu schließen.
Täglich gehen dort aufs Neue gut 100 - 200 Patienten samt Therapeuten und Fahrdiensten, ein und aus.
Zum großen Teil werden dort teils frisch operierte Senioren (Knie/Hüfte/Schulter usw.) behandelt, welche von Haus aus, schon geschwächt sind.
Eine mögliche Übertragung eines bereits unbemerkt vorhandenen Virus ist dort vorprogrammiert.
Man weiß doch, dass gerade ältere Menschen besonders anfällig sind.
Hingegen werden Kindergärten, Schulen und Fitnessstudios, in denen sich stabile und gesunde Menschen aufhalten, geschlossen.
Können Sie mir das erklären???
Daher fordere ich die Politik auf, umgehend diesen fahrlässigen Umgang mit unseren Senioren zu unterbinden.

Mit freundlichen Grüßen
C. F. Augsburg

Siglinde Auer-Neuner, Mittwoch, 18.März 2020, 21:06 Uhr

78. MFA in der Hausarztpraxis

Wir sind eine grosse Hausarztpraxis. MFAs sind die ersten Ansprechpartner bei dieser Pandemie.
Täglich kommen neue FAXE von der KV und dem Hausärzteverband wie wir zu agieren haben.
Wir werden genötigt Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen auszustellen für Eltern, die zu hause bleiben müssen bei ihren Kindern und Arbeitnehmern, die einfach nach hause geschickt werden vom Arbeitgeber, weil der Betrieb nicht tätig sein darf; aber einfach nicht krank sind. Da wir dies leider verweigern müssen, wie auch jedem bekannt aus TV und Presse, werden wir auf das übelste beschimpft. Wir sollten 20 freie Zimmer haben, denn keiner will ins Wartezimmer, aber kommen ohne vorher anzurufen.
Patienten fordern Impfung gegen Lungenentzündung, die natürlich völlig vergriffen ist, dabei haben sie diese Impfung jahrelang verweigert.
Patienten fordern Abstrich auf Conora,weil der Arbeitgeber dies verlangt, die Kassen das aber so nicht bezahlen.
Das Gesundheitsamt ist nicht erreichbar und 116117 auch proble

ANNEMARIE SCHNEIDER , Mittwoch, 18.März 2020, 21:06 Uhr

77. Friseure

Wir Dienstleister /Friseure sollten unsere Geschäfte offen lassen ?? Wie kann es sein das die Regelung für die Kunden offen liegt 1.50 - 2.00 Meter Abstand zu halten und der arbeitende Friseur nur 30 cm. .. ist die Gesundheit der Friseure in gesamt DEUTSCHLAND nicht wichtig . Oder drückt sich der Staat vor Zahlungen und Hilfe der kleinen Unternehmen .. bin sehr aufgebracht und es ist unverantwortlich so eine Anordnung ..

Söllner Bernhard , Mittwoch, 18.März 2020, 21:04 Uhr

76. Betriebsausfallfersichrungen erkennen den Coronavirus nicht an

Wichtig für Betriebe wäre die Anerkennung des Coronsvirus bei den Betriebsausfallfersicherungen und würde vielen Betrieben die Existens retten.

Armin Spiel, Mittwoch, 18.März 2020, 21:01 Uhr

75. Beatmungsgeräte

Das größte Problem an dem Virus sind ja anscheinend,die fehlendenden Beatmungsgeräte. Für mich als einfachen Handwerker ist nun nicht verständlich warum nicht alle Resourcen in den Bau dieser Geräte gesteckt werden. Also ich meine wenn 500 Mrd. für die Wirtschaft da sind warum werden diese nicht schnellstmöglich gebaut. Wäre froh wenn mir jemand meine Frage Beantworten könnte. Danke