BR Fernsehen - Gottschalk liest?


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Gerhard Polt, Jackie Thomae und Jan Weiler Die Gäste der vierten Folge

In der vierten Folge zu viert: Die Gäste von Moderator Thomas Gottschalk sind die Schriftstellerin Jackie Thomae, der Beststellerautor Jan Weiler und der Universalkünstler Gerhard Polt.

Stand: 03.05.2019

Gerhard Polt
| Bild: BR/Paul Busse

Die vierte Folge von Gottschalk liest? macht große Unterschiede: Erstens empfängt Moderator Thomas Gottschalk diesmal nicht nur Gäste aus dem Literaturbetrieb und zweitens nur drei statt vier Gäste. Beides hängt zusammen, denn der Gast, der nicht ein Buch vorstellt, sondern gewissermaßen als eigenes Kunstwerk auftritt, ist Gerhard Polt. Der große Fabulierer und Kabarettist, der sogar noch im Schweigemodus ganze Fest-Säle unterhält, nimmt mit den Schriftstellern Jackie Thomae und Jan Weiler Platz auf dem Sofa, das dieses Mal im Kesselhaus Kolbermoor steht.

Der Universalkomiker Gerhard Polt

Gerhard Polt hat nicht bloß das Schweigen als ultimative Kunstform etabliert, seine Sprachkunst ist brachial, seine Wortmonumente oft erschütternd und seine Beleidigungen scheinen zuweilen fast wie Heiligsprechungen. Man muss ihn halt erleben mit seinem groben Minimalismus, diesen Autor, Schauspieler und Universalkomiker - eine wirklich brauchbare Schule des Lebens!

Familiensaga in schwarz und weiß

Jackie Thomae hat es mit ihrem Buch "Brüder" auf die Shortlist des Deutschen Buchpreises geschafft. Zurecht. Sie zeigt an zwei Männern mit sehr verschiedenen Möglichkeiten: Erwachsen werden ist zuweilen eine Lebensaufgabe, im Osten wie im Westen. Und da der Vater der beiden ein Schwarzer ist, wird alles noch mal komplizierter. Jackie Thomaes Familiensaga in schwarz und weiß ist eine emotionale Achterbahn, sturzkomisch manchmal, einer Lotterie der menschlichen Möglichkeiten, einem Tauchgang in Tiefenpsychologie. Vor allem aber: Eine große Liebesgeschichte.

Jackie Thomae, "Brüder" ist bei Hanser Berlin erschienen

Jackie Thomae

Polizistendrama und eine Übung in Antifeminismus

Jan Weiler: Sein Dauerthema sind die Männer, genauer das schwache Geschlecht, Männer eben: immer schon unterdrückt, ausgebootet, betrogen und irgendwie hilflos. So kennen wir ihn aus "Mein Leben als Mensch" und so lernen wir jetzt Jan Weilers Kommissar Kühn kennen. Ein Mann auf Diät, Mitte 40 und mitten in einer Männlichkeitskrise: müde, geil, verklemmt, verfressen, verliebt und auf Mörderjagd. Bestsellerautor Jan Weiler hat ein nervenzerfetzendes Polizistendrama vorgelegt, ein bestürzend scharf beobachtetes Lehrstück über Ermittlungsroutine, die ganz nebenbei eine kleine Übung in Antifeminismus ist.

Jan Weiler, "Kühn hat Hunger" ist bei Piper erschienen.

Jan Weiler


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