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Weg mit dem Ballast! Minimalismus – Ausmisten für die Seele

Zu viel Besitz kann belasten! Deshalb trifft Reporterin Veronika Keller eine Aufräumberaterin und erlebt, wie befreiend es sein kann, sich von Dingen zu trennen.

Von: Nora Zacharias

Stand: 10.05.2021

Ausmisten als eine Art „innerer Reinigungsprozess“? Ob das wirklich stimmt, möchte Reporterin Veronika Keller herausfinden. Denn klar ist, die meisten von uns besitzen Dinge, die sie nur selten oder kaum nutzen. Zum Beispiel Kleidung.

Überflüssige Kleidung – ein Massenphänomen

Im Schnitt hat ein Erwachsener 95 Kleidungsstücke im Schrank. Ohne Strümpfe und Unterwäsche. Rund 40 Prozent werden davon selten oder nie getragen. Hochgerechnet auf ganz Deutschland sind das zwei Milliarden Kleidungsstücke, die einfach nur so im Schrank liegen. (Quelle: Greenpeace-Studie 2015)

Unordnung und zu viele Dinge können psychisch belasten

Diese unnötigen Dinge schaffen nur Unordnung und können richtig belasten. Das beobachtet Ordnungsexpertin Gunda Borgeest immer wieder. Seit Jahren begleitet sie Menschen beim Aufräumprozess und erklärt das Phänomen:

"Wir müssen uns um diese Dinge kümmern, wir müssen sie ordnen, sie versorgen, sie aufräumen, sie reparieren…und das ist erst mal „zuviel“. Dass überall etwas rumsteht. Dass wir keine freien Flächen, keine entspannten Momente in unserer Wohnung haben."

Gunda Borgeest, Ordnungsexpertin und Inhaberin „Schönste Ordnung“

Trennt man sich dann von diesen Dingen, fühlt man sich befreit und kann Freiräume für andere Dinge schaffen. Das ist das Prinzip des Minimalismus. Positiver Nebeneffekt: Weniger Dinge bedeutet weniger Aufräumen. Und das soll Reporterin Veronika Keller nun miterleben. Deshalb besucht sie, gemeinsam mit Gunda Borgeest, Veronika Mehmet in Oberhaching, die Hilfe beim Ausmisten braucht.

Drei Tipps von Aufräumexpertin Gunda Borgeest

Veronika Mehmets Wohnung wird nun nach System aus- und aufgeräumt. Und zwar mit folgenden Tipps von Gunda Borgeest.

1) Kistenprinzip – eine zum Wegwerfen, eine zum Spenden

In die Kiste kommen alle Dinge von Veronika Mehmet, die kaputt oder abgenutzt sind. In die andere kommen die Sachen, die noch gespendet werden können. Dieses Kisten-Prinzip kann um folgende Punkte erweitert werden: Umräumen, Verschenken, Reparieren.

2) Sortierstation für den besseren Überblick

Es wird nicht Schrank für Schrank sortiert, sondern ein Ort geschaffen, an dem man den Überblick hat - eine sogenannte Sortierstation. Hier wird nun nach Themen sortiert. Zum Beispiel: alle Backsachen. Erst dann wird ein Platz für dieses Themengebiet gefunden.

3) Mit Boxen die ganze Kleiderschranktiefe nutzen

Einfache Boxen aus Stoff, Holz oder Pappe, die so lang sind wie die Schranktiefe, besorgen. Dann die Klamotten senkrecht in die Boxen schichten. Dank der Boxen wird der Raum perfekt ausgenutzt und man behält leichter den Überblick.

Und dann schnell weg mit dem Ballast!

Nachdem diese Dinge bei Veronika Mehmet umgesetzt worden sind, sind zwei Kisten voll. Jetzt ganz wichtig:

"Diese Dinge müssen jetzt ganz schnell die Wohnung verlassen, damit sie sich auch wirklich befreit fühlen."

Gunda Borgeest, Ordnungsexpertin und Inhaberin „Schönste Ordnung“

Denn sonst würde man vielleicht auf die Idee kommen, doch noch ein paar Dinge zu behalten.


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