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Vegane Ernährung - Teil 5 Studie: Vegan essen - fit im Sport?

Ein Experiment: 13 Volleyballer des ASV Dachau ernähren sich drei Monate vegan. Ist das für Leistungssportler sinnvoll? Die Studie sollte unter anderem klären, ob eine pflanzliche Ernährung bei Leistungssportlern sinnvoll und machbar ist, ob die Volleyballer ausreichend mit Nährstoffen versorgt werden und ob es durch eine pflanzliche Ernährung möglich ist, die sportliche Leistung zu beeinflussen. Gesundheit! hat die Mannschaft durch die vegane Zeit begleitet. Hier die Ergebnisse.

Von: Antje Maly-Samiralow

Stand: 16.07.2018

Die Frage nach der Vereinbarkeit von Leistungssport und pflanzlicher Ernährung konnte der Leiter der Studie, Prof. Markus Keller, eindeutig beantworten:

"Eine wichtige Ausgangsfrage der Studie war ja: Bleibt die Leistungsfähigkeit auch bei einer veganen Ernährung erhalten? Und genau das hat die Studie gezeigt: Die Leistung am Ende der Studie war genauso gut wie am Anfang. Unser Fazit ist, auch mit einer veganen Ernährung kann man einen so ambitionierten Sport betreiben."

Prof. Dr. oec. troph. Markus Keller, Ernährungswissenschaftler, Fachhochschule des Mittelstands GmbH, Köln

Ergebnis: Gute Eisenwerte, aber weniger Vitamin-B12

Auch die Nährstoffversorgung der Volleyballer ist während der veganen Phase weitestgehend konstant geblieben. Bei den als kritisch betrachteten Nährstoffen, etwa Zink, Magnesium oder Eisen haben sich die Werte nicht verschlechtert. Im Gegenteil: die Eisenwerte der Spieler sind, wenn auch nur marginal, angestiegen.

Gesunken sind während der zwölfwöchigen Ernährungsumstellung hingegen die Vitamin-B12-Werte der Spieler. Allerdings war diese Entwicklung zu erwarten, da Vitamin-B12 nur in tierischen Lebensmitteln vorkommt.

"Wenn keine tierischen Lebensmittel mehr gegessen werden, dann kommt kein neues Vitamin B12 in den Körper. Das war jetzt noch nicht dramatisch, weil die Studie relativ kurz dauerte. Wenn Sie aber langfristig vegan leben, müssten sie auf jeden Fall Vitamin-B12 supplementieren."

Prof. Dr. oec. troph. Markus Keller, Ernährungswissenschaftler, Fachhochschule des Mittelstands GmbH, Köln

Ergebnis: Cholesterinwerte gesunken

Auch das Absinken der Blutfette war zu erwarten.

"Das Gesamt-Cholesterin hat sich in der Gruppe abgesenkt. Das haben wir auch erwartet. Denn wenn keine tierischen Lebensmittel verzehrt werden, das zeigen viele Studien, dann senken sich auch die Cholesterinwerte, weil eben keine gesättigten Fettsäuren verzehrt werden. Die Jungs waren vorher mit ihren Werten auch im guten Bereich, da war kein Risikoteilnehmer dabei; das sind junge, sportliche Männer. Dennoch sind die Werte nochmal besser geworden, und nicht alle in diesem Alter treiben ja Sport und ernähren sich vernünftig. Insofern ist das schon ein wichtiges Signal, dass ich durch so eine Ernährungsumstellung die Blutfette günstig beeinflussen kann."

Prof. Dr. oec. troph. Markus Keller, Ernährungswissenschaftler, Fachhochschule des Mittelstands GmbH, Köln

Fazit: Ernährung besonders wichtig für Leistungssportler

Die Veganstudie war ein Experiment für die Volleyballer vom ASV Dachau. Die Spieler haben viel über Ernährung gelernt, und sie haben die Disziplin aufgebracht, eine so strenge Diät durchzuhalten. Laut Dominic von Känel, dem Mannschaftstrainer, hat dieses Projekt die Mannschaft enger zusammengeschweißt. Welche weiteren Schlüsse zieht er aus den nun vorliegenden Studiendaten?

"Ich glaube, wenn man im Leistungssport erfolgreich sein will – und das wollen wir ja, dass wir ganz vorne mitspielen – muss man den Baustein Ernährung einfach beachten. Durch die pflanzliche Ernährung, die wir in der Studie hatten, sieht man ja einfach, dass sich alle Blutwerte verbessert haben, dass die Nährstoffwerte, die kritischen, gleich geblieben sind. Und das ist ein Faktor, der wirklich sehr gut ist und den man bedenken muss, wenn man irgendwo oben im Leistungssport landen will."

Dominic von Känel, Volleyballtrainer 1. Herrenmannschaft 3. Bundesliga, ASV Dachau e.V.

Die Studie

Mehr Informationen und Hintergründe zur Mannschaft, der Studie und dem Verlauf:


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